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Testosteron testen – Warum es wichtig für Männer & Frauen ist!

Testosteron ist ein Androgen (Sexualhormon/Steroidhormon), das sowohl im männlichen als auch dem weiblichen Organismus wichtige Funktionen erfüllt und in unterschiedlichen Konzentrationen vorkommt.

Obwohl es meist nur mit dem Muskelaufbau (daher der Begriff anabol = aufbauend) assoziiert wird, erfüllt Testosteron eine Vielzahl weiterer wichtiger Aufgaben in deinem Körper, wie etwa im Gehirn, dem Kehlkopf, dem Knochenmark, den Geschlechtsorganen, den Knochen, den inneren Organen oder z.B. auch der Haut und den Haaren.

Turbulenzen ohne genügend Testosteron?

Wusstest du schon, dass der Ausgangs- bzw. Aufbaustoff für die Testosteronproduktion Cholesterin ist?[1]  Dadurch stellen sich für mich gleich mindestens drei Fragen:

  1. Ist Cholesterin wirklich so „schlecht“ wie man uns weismachen will?
  2. Gibt es überhaupt ein „zu viel“ an Cholesterin?
  3. Warum werden HDL und LDL gemessen, wenn sie möglicherweise mit Cholesterin nichts zu tun haben, sondern dieses vielleicht nur – als Fett-Transportproteine – in den Körper hinein- und heraustransportieren?

Anmerkung: Cholesterin bzw. Blutfettwerte werden mittels Blutbild gemessen und in den Werten Gesamtcholesterin, „Low Densitiy Lipoprotein“ (LDH) und „High Density Lipoprotein“ (LDL) und Triglyceride gemessen. Es wird gesagt, dass der LDL-Wert (Eselsbrücke: Lass Das Lieber) der „schlechte“ und HDL (Eselsbrücke Hab Dich Lieb) der „gute“ Cholesterinwert sei.

„Schulmedizin basiert nur auf Glaube, deswegen ist es eine Religion, keine Wissenschaft. Cholesterin ist das Beste was man haben kann, 87% aller neuen Zellen sind aus Cholesterin gebaut. Es gibt nicht so etwas wie zu hohes Cholesterin.“ (link)

(Dr. Leonard Coldwell)

 Cholesterin ist demnach wichtig für einen natürlich gesunden Testosteronspiegel.

Doch kaum jemand kennt seinen Testosteronspiegel oder behält diesen im Blick. Erfahre in diesem Artikel, wie du deine Werte selbst testen und ggf. wieder in ein natürliches, gesundes Lot bringen kannst.

Testosteron – Top Thema, nicht nur fürs Training

Ein erhöhter Testosteronspiegel steigert den Aufbau von Skelettmuskulatur und Kraft, verkürzt Regenerationszeiten, versorgt Muskeln mit mehr Sauerstoff und – bedingt durch einen beschleunigten Stoffwechsel – auch den Abbau von Körperfett.

Testosteron unterliegt einem zirkadianen Rhythmus, was in diesem Kontext bedeutet, dass es überwiegend am Morgen (zwischen 8.00 – 10.00 Uhr) ausgeschüttet wird.

In diesem Zusammenhang wäre es sinnvoll, möglichst am Vormittag zu trainieren, wenn sich deine Testosteronwerte auf einem Tageshöchstwert befinden. Doch dazu später mehr.

Mehr ist nicht immer besser! Es geht nicht um einen maximalen und unnatürlich hohen Testosteronspiegel (welcher gesundheitliche Beschwerden verursachen kann), sondern um ein für dich natürliches Optimum.

Bedingt durch die Lebensweise, Ernährung, fehlende sportliche Aktivität, Medikamentenkonsum, Krankheiten etc., kann es jedoch sein, dass sich deine Testosteronwerte nicht mehr in einem optimalen Bereich bewegen was ein regelmäßiges Testen dieses Steroidhormones sinnvoll macht, wenn du geistig und körperlich voll leistungsfähig sein/bleiben willst.

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Testosteron & die Damenwelt?

In erster Linie ist Testosteron DAS „Männlichkeitshormon“. Doch auch im weiblichen Organismus wird es benötigt, weshalb es auch Frauen regelmäßig testen und auf einem Optimum halten sollten.

Während Testosteron bei Männern in den sogenannten „Leydigzellen“ der Hoden produziert wird, stellt es der weibliche Körper in den sogenannten „Thekazellen“ der Eierstöcke her.

Beiden Geschlechtern gemein ist ebenfalls eine geringe Produktion des Steroidhormons (etwa 5%) in der Nebennierenrinde.

Aufgrund dessen ist es durchaus sinnvoll, die Arbeit deiner Nebennieren zu unterstützen, was auch zu einer Optimierung deines natürlichen Testosteronspiegels beitragen kann.

Wie du dies mit Himalaja Salz, dem richtigen Wasser und Limetten umsetzen kannst, erfährst du hier.

Weiblich trotzt Testosteron?

Viele Frauen schrecken schon vor dem Wort Testosteron zurück, weil sie die Assoziation eines „Mannweibes“ im Kopf haben. Solange es aber um die Optimierung des natürlichen Testosteronspiegels im weiblichen Körper geht, ist dies völliger Unsinn.

Auch Frauen benötigen den für sie optimalen Testosteronpegel, um Muskelmasse aufbauen zu können, eine sportlich straffe Figur zu erreichen sowie eine starke und gesunde Psyche zu haben.

Überprüfe also auch als Dame regelmäßige deinen Testosteronspiegel, dein Körper wird es dir danken.

Das Testosteron <–> Cortisol Verhältnis 

Untersuchungen sowohl in Bezug auf Kraft- als auch auf Ausdauersport  zeigen, dass ein Abfall des Testosterons und ein Anstieg des Cortisol (Stresshormon) die körperliche Leistungsfähigkeit absinken lassen[2] [3].

Das katabole (also „abbauende“) Stresshormon Cortisol bietet genug Thema für einen eigenen Artikel, weshalb ich an dieser Stelle nur kurz darauf eingehe, um die Verbindung zu Testosteron aufzuzeigen.

Cortisol wird ebenfalls in der Nebennierenrinde gebildet und kann dein bester Freund oder dein schlimmster Feind sein, nämlich dann, wenn es chronisch erhöht bleibt.

Wenn an dieser Stelle von Testosteron und Cortisol Verhältnis gesprochen wird, dann ist damit das sogenannte „freie Testosteron“ im Verhältnis zu Cortisol (FTCR = Freies Testosteron zu Cortisol Ratio) gemeint.

Freies Testosteron

Was ist sogenanntes „freies Testosteron“? Nun, freies Testosteron liegt im Körper – je nach Literatur – etwa zu 1-3 % als freies Hormon vor, der Rest ist zu etwa 97% an sogenannte Bindeproteine gebunden.

Manche Literaturangaben sprechen von 66 – 78% für das „Sexualhormon bindendes Globulin“ (SHBG) und zu etwa 20-32% von Albumin (einem Protein).

Messmethoden zur Bestimmung

Das freie Testosteron kann mittels Speichelproben ermittelt werden. Hierzu gibt es mittlerweile ganz einfache „Test-Kits“, die du einfach und bequem von zu Hause aus verwenden kannst und dann zur professionellen Analyse ins Labor schickst.

Ein solches Testosteron-„Testkit“ gibt es schon für kleines Geld, etwa von Cerascreen®:

Normalerweise wird der freie Testosteronwert nur rechnerisch ermittelt, wenn du dein Gesamttestosteron, SHBG und Albumin gemessen lassen hast, mittels Blutprobe/Blutserum.[4]

Testosteronwerte gibt’s aber meist auch nur auf extra Wunsch beim Arzt, wenn du diese separat im Rahmen eines „großes Blutbild“ bestimmen lässt.

Wenn dir also dein Albuminwert, dein Gesamttestosteron und SHBG-Wert vorliegt, könntest du dein freies Testosteron auch mittels einer Formel berechnen.[5]

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Messwerte und deren Interpretation

Mit Messwerten ist es immer so eine Sache. Da diese von Literatur zu Literatur, von Labor zu Labor oder auch von Land zu Land oft recht unterschiedlich sein können, ist es wieder mal nicht ganz einfach, pauschale Grenzwerte zu nennen, die als „gesund“ oder „normal“ bezeichnet werden könnten.

Manche Literaturquellen in Deutschland sprechen aber z.B. von Testosteronwerten (Serum) zwischen 12-40 nmol/L als „normal“ und Werte  unter 8 nmol/L als „behandlungsbedürftig“ ausgewiesen.[6]

Wenn du einen Testkit für zu Hause verwendest, dann wird (zumindest beim Cerascreen® Kit) ein Durchschnittswert aus den drei von dir eingesendeten Speichelproben ermittelt.  Anhand einer Vergleichstabelle kannst du dann deinen derzeitigen Testosteronwert ablesen.

Einen exakteren Überblick liefert dir aber – m.M.n. – ohnehin erst ein regelmäßiges Testen.

Bedeutung für dein Krafttraining

Wenn es um das Freies Testosteron zu Cortisol Verhältnis/Ratio (FTCR) geht, dann kann dir dieses als wichtiger Trainingsparameter dienen.

Dies insbesondere dann, wenn es um die Strukturierung/Planung deines Krafttrainings geht, weniger allerdings, wenn es sich um Ausdauertraining handelt.[7]

Unter der Berücksichtigung des FTCR wäre es also aus meiner Sicht sinnvoll, eine Krafttrainingseinheiten z.B. so zu gestalten, dass sie nicht zu lange dauert (≤ 60 Min), da sich sonst das FTCR zu Ungunsten von Cortisol verschieben kann und du dir dann im wahrsten Sinne des Wortes deine Muskelmasse „verbrennst“.

Um zu ermitteln, wann die optimale Zeit für deine Krafttrainingseinheit ist, wird der Testosteronwert – meiner Meinung nach – alleine aber wohl nicht ausreichen.

Denn dieser unterliegt eben zirkadianen Schwankungen und wird von vielen weiteren individuellen Parametern, wie z.B. Stress, Regeneration, Schlaf, Ernährung, Lebensstil, Arbeit, Familie, Gesundheitszustand und vor allem eben auch Cortisol oder z.B. auch Insulin beeinflusst.

Teste also am besten regelmäßig auch deine Cortisolwerte gleich mit, um einen besseren Ein- und Überblick zu bekommen und dein Training zu optimieren. Einen Cortisol-Test kannst du ebenfalls z.B. von Cerascreen® einfach selber von zu Hause aus machen.

Weitere wichtige Infos über Testosteron

Da Testosteron – wie gesagt – meist nur mit dem Thema Muskelaufbau in Verbindung gebracht wird, möchte ich dir an dieser Stelle noch ein paar weitere Informationen geben, die das Steroidhormon in deinem Körper erfüllt und was ein regelmäßiges Testen sinnvoll macht.

Testosteron Top Ten für Männer und Frauen

  1. Wachstum und Kraft von Skelettmuskulatur (wobei die meisten Testosteronrezeptoren sich im Herz befinden!)
  2. Libido
  3. Blutbildung im Knochenmark (rote Blutkörperchen/Erythrozyten)
  4. Fruchtbarkeit, „Sexdrive“
  5. Stimmbruch (& Bartwuchs bei Männern)
  6. Knochenwachstum und Knochendichte
  7. Eiweissynthese  in der Leber
  8. Botenstoffe für Blutbildung
  9. Hautdurchfettung & Fettstoffwechsel
  10. Stimmung und Psyche

Fazit

Das Steroidhormon wird meist nur im Zusammenhang mit Männern und Muskelaufbau betrachtet.

Im Zusammenhang mit Doping hat es wohl immer auch einen gewissen faden Beigeschmack, wenn man über Testosteron und seine anabole Wirkung spricht, da viele sofort das Thema Anabolika und Missbrauch von Arzneimitteln im Kopf haben.

Dabei ist Testosteron ein wichtiges Androgen, das neben mehr Kraft, Ausdauer und Muskelmasse für eine Vielzahl weiterer Aufgaben sowohl im männlichen wie auch weiblichen Organismus zuständig ist.

Eine regelmäßige Überprüfung deines Testosteronspiegles ist mittels „Testkits“ und professioneller Analyse im Labor mittlerweile auch bequem und schnell von zu Hause aus möglich.

Deinen Testosteronspiegel zu kennen ermöglicht dir eine noch intelligentere Trainingsplanung und kann (im Zusammenhang mit anderen gemessenen Hormonen wie z.B. Cortisol) die Effizienz deines Trainings, deiner Ernährung und deiner Zielerreichung deutlich steigern.

Die einfachste Möglichkeit, um deinen Testosteronspiegel auf natürliche Art und Weise zu steigern ist – meiner Meinung nach -, den Cortisolspiegel zu senken (Stress reduzieren) und die Insulinsensitivität deiner Zellen zu verbessern.

Mehr zum Thema Stressreduktion erfährst du hier.

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Literatur zum Thema:

[1] Vgl. E. Mutschler: Arzneimittelwirkungen. 7. Auflage, WVG, Stuttgart 1996, S. 380.

[2] Vgl. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8884416

[3] Vgl. Fry, AC., Kraemer, WJ., Stone, MH., Warren, BJ., Fleck, SJ., Kearney, JT., & Gordon, SE. (1994). Endocrine responses to overreaching before and after 1 year of weightlifting. Canadian Journal of Applied Physiology, 19(4): 400–410.

[4] Vgl. Simoni M (2004) Methodology for measuring testosterone, DHT and SHBG in a clinical setting. In: Nieschlag E, Behre HM (eds) Testosterone Action, Deficiency, Substitution, (3rd ed) Cambridge University Press, Cambridge, UK, pp 641-664.

[5] Vgl. Vermeulen A, Verdonck L, Kaufman JM A critical evaluation of simple methods for the estimation of free testosterone in serum J Clin Endocrinol Metab 84:3666-3672, 1999.

[6] Vgl. Eberhard Nieschlag, Hermann M. Behre, Susan Nieschlag: Andrologie: Grundlagen und Klinik der reproduktiven Gesundheit des Mannes. 3. Auflage, Springer, Heidelberg 2009, ISBN 978-3-540-92962-8, S. 119–121.

[7] Vgl. Hoogeveen AR & Zonderland ML. (1996). Relationships between testosterone, cortisol and performance in professional cyclists. Int J Sports Med, 17(6): 423-428.

2 Kommentare
  1. Remo says:

    Hey,

    danke für den Beitrag! Was hältst du von Testosteronlevel-steigernden (legalen) Präparaten? Ich frage mich, ob die so zu bewerten sind wie Eiweißpulver, was ganz nett als Nahrungsergänzung ist, oder ob man gänzlich auf „natürliche Produkte“ wie Paranusskerne zurückgreifen sollte, eben weil man davon auch nur sehr wenig essen muss, um eine entsprechende Wirkung zu erzielen.

    Grüße

    Remo

    Antworten
    • Bernd Stoesslein
      Bernd Stoesslein says:

      Hallo Remo,

      danke für deinen Beitrag! Ich denke das hängt immer vom Einzelfall ab. Jeder hat wohl einen anderen Bedarf an Nahrungsergänzungsmitteln. Aber m.M.n. kann man den Testosteronspiegel auch indirekt beeinflussen, indem man z.B. den Stresslevel senkt, für ausreichend Regeneration sorgt (z.B. durch ein hochwertiges Magnesium: http://www.bernd-stoesslein.de/produkt/multi-magnesium-7/) und ein glückliches Leben führt.

      Wie Vieles wohl aber letztlich alles Kopfsache 🙂 Deine Gedanken erschaffen/beeinflussen deine Realität.

      Beste Grüße,
      Bernd

      Antworten

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