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Serotonin – Superman oder doch nur Schlaftablette?

Wofür benötigt dein Körper Serotonin?

Serotonin (ursprüngliche Bezeichnung: Enteramin) ist ein sogenannter Neurotransmitter.[1] Darunter versteht man – je nach Literatur – Botenstoffe, die an chemischen Synapsen die Erregung von einer Nervenzelle auf eine andere übertragen.

Mehr über Neurotransmitter erfährst du hier.

Serotonin wird ausgehend von der lebenswichtigen Aminosäure Tryptophan gebildet. Diese Aminosäure kann der Körper aber nicht selbständig herstellen, sondern muss diese über die Nahrung aufnehmen.

Mehr über Tryptohan erfährst du hier.

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Abbildung 1: Schematischer Aufbau einer Nervenzelle (Neuron) mit Axon und der Übertragung des elektrischen Impulses durch chemische Botenstoffe im Synaptischen Spalt (kleines Rundes Bild im Bild oben).

Wie wird Serotonin gebildet?

Serotonin wird zu etwa 90% im Magen-Darm-Trakt und zu den restlichen 10% im zentralen Nervensystem (ZNS) erzeugt.[2]

Der Serotoningehalt im Blut ist größtenteils an deine Thrombozyten (Bluttplättchen) gebunden und wird von diesen an die Wirkungsorte im Körper transportiert.[3] [4]

Die Vitamine B3, B6 und C können die Wirkungsweise des Serotonins optimieren. Warum du hochwertige B-Vitamine so dringend benötigst erfährst du hier.

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Abbildung 2: BSPT Vitamin B-komplex forte.

Warum du Vitamin C (in liposomaler/intravenöser Form) konsumieren solltest, erfährst du hier.

Super-Serotonin und seine Funktionen

Serotonin ist einfach super. Es erfüllt eine unglaubliche Bandbreite an wichtigen Funktionen in deinem Körper, was eine Optimierung des Serotoninwertes um so wichtiger macht!

Serotonin – Das „Glückshormon“

Serotonin ist wohl den meisten Menschen im Zusammenhang mit der Bezeichnung „Glückshormon“ bekannt. Dies liegt an dessen Fähigkeit, die Stimmung aufzuhellen und somit die Gemütslage – auf natürlichem Wege – zu steigern.

Des Weiteren besitzt es einen entspannenden (relaxierenden) Effekt auf den menschlichen Organismus. Sicher hast du dies schon einmal bemerkt, wenn du z.B. einen riesen Teller Pizza oder Pasta verdrückt hast. Danach fühlt man sich in der Regel satt und wird müde.

Dies liegt daran, dass die Menge an aufgenommenen Kohlenhydraten die Serotoninproduktion ankurbelt, was dich zwar zufrieden,  aber müde macht

Der Neurotransmitter Serotonin bzw. dessen Ausschüttung im Gehirn, steht demnach indirekt in Verbindung mit der von dir aufgenommenen Nahrung (bzw. der Menge an „freiem“ Tryptophan im Blutplasma).

Macht Schokolade wirklich glücklich?

Schokolade und Süßes machen also nicht wirklich glücklich, sondern stimulieren nur deine Serotoninausschüttung. Ist diese zu niedrig, z.B. aufgrund von chronischem Stress und/oder suboptimaler Regenerationsfähigkeit (z.B. durch zu wenig und zu schlechten Schlaf) so kann Schokolade/Süßes den Serotoninspiegel wieder anheben.

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Abbildung 3: Macht Schokolade wirklich glücklich?

Dies ist allerdings kein „Freifahrtsschein“ zum wahllosen essen von Süßigkeiten. Ganz im Gegenteil! Denn normalerweise solltest du keinen zu niedrigen Serotoninspiegel haben und – falls das doch der Fall sein sollte – sollten lieber die Ursachen dafür geklärt werden und  behoben werden!

Serotonin und weitere Aufgaben

Serotonin wirkt – wie bereits oben erwähnt – in deinem Magen-Darm-Trakt. Ferner

beeinflusst es jedoch auch dein Herz-Kreislauf-System (es steuert hier den Blutdruck und den Gefäßinnendruck) und sogar deinen Augeninnendruck![5] [6] [7]

Es reguliert deinen Appetit und lässt dich müde werden, reguliert deine Körpertemperatur und erfüllt auch viele andere überlebensnotwendige Funktionen im menschlichen Organismus. [8]

Der Großteil des Hormons befindet sich – wie bereits beschrieben – zu 90% im Magen-Darm-Trakt, wo es auch die für die Verdauung notwendigen Darmbewegungen (Peristaltik) reguliert.[9]

Im Blut übernimmt Serotonin die Aufgabe, die Gefäße zu verengen und hat mittel- und unmittelbaren Einfluss auf deine Blutgerinnung (Aggregation). Deine Blutplättchen (Thrombozyten) besitzen nämlich Serotonin Rezeptoren. Serotonin trägt ferner auch zur Wundheilung bei.[10]

Im Nervensystem hingegen fungiert der Neurotransmitter Serotonin als Gegenspieler zu Dopamin (einem weiteren Neurotransmitter). [11]

Serotonin sorgt für die Regulierung deines Schlaf-Wach-Rhythmus, steuert – wie gesagt – die Körpertemperatur aber auch deine Schmerzwahrnehmung und sogar dein Sexualverhalten![12]

Wie zeigt sich ein Serotonin Mangel?

Die Symptome eines Serotoninmangels können – wie so oft – sehr vielfältig sein und lassen sich auf den ersten Blick vielleicht auch nicht immer direkt mit Serotonin in Verbindung bringen.

Mögliche Symptome eines Serotoninmangels sind z.B.:

  • Stimmungsschwankungen
  • Konzentrationsstörungen
  • chronische Müdigkeit
  • Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom
  • Ängstliches/aggressives Verhalten
  • „Burn-Out“ Syndrom
  • Depressionen
  • Migräneattacken
  • Schlaf- und Essstörungen
  • Verminderte Tryptophan Aufnahme
  • Reizdarmsyndrom

Wie kann der Serotoninspiegel positiv beeinflusst werden?

Um etwas zu korrigieren, solltest du erst Ursachenforschung betreiben, um zu ermitteln, weshalb ein Mangel besteht. Gleiches gilt für Serotonin.

Wenn du einen zu niedrigen Serotonin-Spiegel (siehe nachfolgende Tabelle für Einschätzungen) wieder in den Normalbereich bringen möchtest, bietet sich z.B. eine tryptophanreiche Ernährung an. Natürlich immer in Kombination mit Kraftsport und ggf. dem Verzicht auf Kaffee und Nikotin.

Tryptophanreiche Ernährung

Eine serotoninreiche Ernährung behebt nicht zwangsläufig einen Serotonin-Mangels, da Serotonin die sogenannte Blut-Hirn-Schranke nicht passieren kann und somit deine Gehirnbereiche (und somit seine Funktion als Neurotransmitter) nicht erreichen kann.

Tryptophan – aus dem im späteren Verlauf dann Serotonin gebildet wird – kann jedoch (im Gegensatz zu Serotonin) deine Blut-Hirn-Schranke passieren.

Aufgrund dessen ist es dir grundsätzlich möglich, deinen Serotonin-Spiegel durch tryptophanhaltige Lebensmittel und/oder qualitativ hochwertige L-Tryptophan-haltige Nahrungsergänzungsmittel (Supplemente) zu erhöhen.

Welche Lebensmittel genau Tryptophan enthalten, kannst du mit einer Suchmaschine deines Vertrauens ganz einfach im Internet recherchieren.

Beachte aber, dass Tryptophan – hinsichtlich seiner Verstoffwechslung – in Konflikt mit anderen Aminosäuren, insbesondere den sogenannten „verzweigtkettigen Aminosäuren (BCAAs, englische Abkürzung für: Branched Chained Amino Acids) stehen kann.

Das bedeutet, dass eine proteinlastige Ernährung deine Aufnahme von Tryptophan behindern kann!

Wie kannst du deinen Serotoninspiegel messen?

Von oral aufgenommenem Serotonin (z.B. durch Lebensmittel) werden nur noch etwa 75 % in deinen Blutkreislauf aufgenommen und später – nach deren Verstoffwechslung – über den Urin wieder ausgeschieden.[13]

Deshalb lässt sich dein Serotoninspiegel auch über den Urin messen. Hierfür gibt es eigens entwickelte Test-Kits, z.B. von Cerascreen®.

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Abbildung 4: Serotonin Testkit für zu Hause, von Cerascreen®.

Mit diesen Tests kannst du dir ganz einfach zu Hause einen Überblick über deinen Serotoninspiegel verschaffen und anhand der von einem professionellen deutschen Labor ermittelten Werte ggf. Handlungsschritte für dich ableiten.

Deine Werte sollten – je nach Labor & Literatur – etwa in den folgenden Bereichen liegen:

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Abbildung 5: Serotininwerte, Quelle: Cerascreen®.

Serotonin und die Zirbeldrüse

Ein weiterer Stoffwechselweg führt – ausgehend vom Serotonin – zu Melatonin, einem Hormon, das eine wichtige Rolle bei der Funktion deiner Zirbeldrüse spielt.

Dieser Stoffwechselweg wird hauptsächlich über die Steuerung des Tageslichts reguliert, was verdeutlicht, wie wichtig ein gesunder Tag-Nacht-Rhythmus für den menschlichen Organismus ist und welche Bedeutung Sonnenlicht für uns als „Lichtnahrung“ spielt.[14]

Mehr über Sonnenlicht, sogenanntes „Sungazing“ und dessen Bedeutung für deine Gesundheit erfährst du hier.

Welche Rolle das Vitamin-Hormon D3 im Zusammenhang mit Licht spielt und warum es für deine Gesundheit unabdingbar ist, kannst du hier im Detail nachlesen.

Fazit

Serotonin ist ein Neurotransmitter, der eine Vielzahl wichtiger Aufgaben in deinem Körper beeinflusst. Aufgrund dessen sollte er – wie andere Parameter eben auch – regelmäßig überprüft werden, um ggf. eine Optimierung durchführen zu können.

Natürlich kann Serotonin nicht völlig isoliert betrachtet werden und fügt sich – z.B. in Hinsicht der Neurotransmitter – in ein Geflecht anderer relevanter Neurotransmitter ein. Hierzu zählen insbesondere Dopamin, Acetylcholin und G.A.B.A. (γ-Aminobuttersäure).

Besteht ein zu niedriger Serotoninspiegel, solltest du Ursachenforschung betreiben und dann – nach einem Test- professionelle Unterstützung suchen, um diesen und ggf. andere Werte zu verbessern.

Mehr über Test-Kits für zu Hause erfährst du hier.

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info@bernd-stoesslein.de


Literatur zum Thema:

[1] Vgl. V. Erspamer, B. Asero: Identification of enteramine, the specific hormone of the enterochromaffin cell system, as 5-hydroxytryptamine. In: Nature. Band 169, Nr. 4306, Mai 1952, S. 800–801, PMID 14941051 (englisch).

[2] Vgl. Kim DY, Camilleri M: Serotonin: a mediator of the brain-gut connection. In: Am. J. Gastroenterol.. 95, Nr. 10, Oktober 2000, S. 2698–2709. doi:10.1111/j.1572-0241.2000.03177.x. PMID 11051338.

[3] Vgl. Flachaire E, Beney C, Berthier A, Salandre J, Quincy C, Renaud B: Determination of reference values for serotonin concentration in platelets of healthy newborns, children, adults, and elderly subjects by HPLC with electrochemical detection. In: Clin. Chem.. 36, Nr. 12, Dezember 1990, S. 2117–2120. PMID 2253357.

[4] Vgl. M. M. Rapport, A. A. Green, I. H. Page: Serum vasoconstrictor, serotonin; isolation and characterization. In: Journal of Biological Chemistry. Band 176, Nr. 3, Dezember 1948, S. 1243–1251, PMID 18100415 (englisch).

[5] Vgl. A. G. Ramage, C. M. Villalón: 5-hydroxytryptamine and cardiovascular regulation. In: Trends in Pharmacological Sciences. Band 29, Nr. 9, September 2008, S. 472–481, PMID 19086344 (englisch).

[6] Vgl. Costagliola C, Parmeggiani F, Semeraro F, Sebastiani A: Selective serotonin reuptake inhibitors: a review of its effects on intraocular pressure. In: Curr Neuropharmacol. 6, Nr. 4, Dezember 2008, S. 293–310. doi:10.2174/157015908787386104. PMID 19587851. PMC 2701282 (freier Volltext).

[7] Vgl. Sharif NA: Serotonin-2 receptor agonists as novel ocular hypotensive agents and their cellular and molecular mechanisms of action. In: Curr Drug Targets. 11, Nr. 8, August 2010, S. 978–993. PMID 20426763.

[8] Vgl. R. D. Myers: Serotonin and thermoregulation: old and new views. In: Journal of Physiology (Paris). Band 77, Nr. 2-3, 1981, S. 505–513, PMID 6793718 (englisch).

[9] Vgl. Costedio MM, Hyman N, Mawe GM: Serotonin and its role in colonic function and in gastrointestinal disorders. In: Dis. Colon Rectum. 50, Nr. 3, März 2007, S. 376–388. doi:10.1007/s10350-006-0763-3. PMID 17195902.

[10] Vgl. Josef T. Prchal, Marshall A. Lichtman, William A. Williams, Ernest Beutler, Kenneth Kaushansky, Thomas J. Kipps, Uri Seligsohn: Williams hematology. McGraw-Hill, New York 2006, ISBN 0-07-143591-3 (englisch).

[11] Vgl. E. M. Hull, J. W. Muschamp, S. Sato: Dopamine and serotonin: influences on male sexual behavior. In: Physiology & Behavior. Band 83, Nr. 2, November 2004, S. 291–307, doi:10.1016/j.physbeh.2004.08.018, PMID 15488546 (englisch).

[12] Vgl. M. D. Waldinger, B. Olivier: Selective serotonin reuptake inhibitor-induced sexual dysfunction: clinical and research considerations. In: International Clinical Psychopharmacology. 13 Suppl 6, Juli 1998, S. S27–33, PMID 9728672 (englisch).

[13] Vgl. Feldstein A, Hoagland H, Wong KK, Oktem MR, Freeman H: MAO activity in relation to depression. In: Am J Psychiatry. 120, Juni 1964, S. 1192–1194. PMID 14154756.

[14] Vgl. Klein DC: Arylalkylamine N-acetyltransferase: „the Timezyme“. In: J. Biol. Chem.. 282, Nr. 7, Februar 2007, S. 4233–4237. doi:10.1074/jbc.R600036200. PMID 17164235.

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Rosenwurz (Rhodiola rosea) – Weniger Stress & bessere Regeneration

Rosenwurz (Rhodiola rosea) ist eine Heilpflanze bzw. ein Adaptogen, das bereits seit Jahrhunderten Anwendung findet, um z.B. chronische Müdigkeit auf natürliche Art und Weise zu mildern und zu bekämpfen.

Unter Adaptogen versteht man, je nach Literatur, eine alternativmedizinische, pflanzliche Zubereitung, die den menschlichen Organismus dabei unterstützen sollen, sich an Stresssituationen besser anzupassen und dadurch verursachte Erkrankungen zu lindern.

Adaptogene – so der aktuelle Stand der Forschung – sind sowohl ungiftig als auch mit positiver Wirkung versehen.[1]

Reichlich Rosenwurz bei Stress 

Rosenwurz vermag laut alten Überlieferungen und modernen Untersuchungen Müdigkeitserscheinungen, die durch körperliche Aktivitäten ausgelöst werden, deutlich zu reduzieren.

In unserer immer hektischeren, schnelllebigeren und zunehmend stressigeren Welt wird der Gebrauch von Rosenwurz vor allem dann interessant, wenn es sich z.B. um die Themen chronischer Stress, „Chronique Fatique Syndrom“ oder dem auch „Burn-Out Syndrom“ dreht.

Rosenwurz soll auch dann seine entspannende Wirkung entfalten, wenn Müdigkeitserscheinungen nicht nur durch physische Aktivitäten (wie z.B. Training) hervorgerufen werden, sondern durch psychische Überlastungen.

Einigen Studien zur Folge soll die Einnahme von Rosenwurz die kognitiven Fähigkeiten insbesondere dann verbessern, wenn die geistige Leistungsfähigkeit bereits abgenommen hat.

Woran dies liegt ist noch nicht vollständig geklärt und bedarf weiterer Untersuchungen. Es deutet jedoch vieles darauf hin, dass Rosenwurz (Rhodiola) den Neurotransmitter Serotonin erhöht und Corticoide senkt.

Mehr über Neurotransmitter erfährst du: hier.

Außerdem soll Rosenwurz auch den Transport der Serotonin „Vorstufe“ namens 5-Hydroxytryptophan im Gehirn verbessern.[2]

Mehr über den Zusammenhang von Serotonin und (5-Hydroxy)Tryptophan erfährst du hier.

Rosenwurz gegen chronischen Stress 

Wenn du diesem Blog folgst und meine Artikel regelmäßig liest, dann weißt du, dass Stress einer DER Faktoren sein kann, der dich von Fortschritten im Training abhält, selbst dann, wenn du dich vernünftig ernährst und intelligent trainierst.

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Chronischer Stress geht nämlich meist einher mit einer vermehrten Ausschüttung sogenannter Stresshormone. Insbesondere Cortisol, Adrenalin und Noradrenalin.  Mehr über die Relevanz von Adrenalin erfährst du in dem Buch Dr. Platt, Adrenalin-Dominanz erfolgreich behandeln: Wenn das Stresshormon den Körper regiert.

Dieser „chronische Stress“ lässt dich dann auch die verhassten „Rettungsringe“ an Bauch und Hüfte ansetzen, senkt deinen Testosteronspiegel und und und.

Mehr über Stress und wie ihn bekämpfen kannst erfährst du: hier.

Reduziert Rhodiola Reizüberflutung?

Rhodiola/Rosenwurz reguliert Stress, unterstützt deinen Körper dabei widerstandsfähiger zu werden und hilft darüber hinaus auf diese Weise deinem Immunsystem fit und leistungsfähig zu bleiben.

Dies ist wohl auch auf die Wirkung des Adaptogen zurückzuführen, das direkt in den Körperzellen wirkt und deinen Zellstoffwechsel so positiv beeinflussen kann.

Darüber hinaus gibt es Untersuchungen die Hinweise darauf liefern, dass Rhodiola/Rosenwurz auch eine vorteilhafte Wirkung auf den sogenannten Monamin-Spiegel im Zentralen Nervensystem (ZNS) hat. [3]

Das Lexikon der Neurowissenschaft beschreibt die „Monamin-Hypothese“ wie folgt:

Monoamin-Hypothese w, E monoamine hypothesis, Theorie zur Erklärung der molekularen Vorgänge bei Manie und Depression, nach der die Symptome dieser affektiven Störungen durch eine zu niedrige Aktivität der serotonergen und noradrenergen Synapsen im Gehirn zustandekommen. Sie wird gestützt durch die Tatsache, daß MAO-Hemmer und andere Antidepressiva, die die Konzentration von Serotonin und Noradrenalin im Gehirn erhöhen, gegen Depressionen wirksam sind. Neuropsychopharmakologie.“[4]

Rosenwurz und Regeneration

Studien zu Rosenwurz konnten aufzeigen, dass sich durch dessen Konsum die Regenerationszeit des Peripheren Nervensystems (PNS) – also der Skelettmuskeln – verkürzten kann.

Rhodiola soll dabei u.a. Enzyme, Proteine und RNA quantitativ erhöhen, was für eine verkürzte Regenerationszeit verantwortlich sein kann.

Alles in allem soll – der Stand der Forschung entsprechend –  Rhodiola einen durchweg anabolen (also Stoffwechsel aufbauenden) Effekt haben, da es sowohl die Glykogensynthese in den Muskeln als auch in der Leber optimieren soll. [5]

Mehr „neuraler drive“?

Zu Rosenwurz wird bereits auch in den Bereichen Gedächtnisleistung/Gedächtnissteigerung geforscht.

Erste Anhaltspunkte scheinen nahezulegen, dass Rhodiola die Konzentrationsfähigkeit zu erhöhen vermag. Anscheinend wird durch die Einnahme von Rosenwurz die bioelektrische Aktivität des Gehirns verstärkt angeregt.

Versuchspersonen berichteten z.B. über größere geistige Leistungsfähigkeit, verbesserten Schlaf (vgl. obige Ausführungen zu Serotonin) oder auch einer besseren Stimmungslage.

Rodiola und Riva-Rocci

Scipione Riva-Rocci war der Erfinder der apparativen Blutdruckmessung (deswegen wird der Blutdruck oft auch unter RR abgekürzt). Die Einnahme von Rosenwurz soll nämlich auch eine positive Wirkung auf dein Herz haben.

Dies lässt sich womöglich im Zusammenhang mit der Optimierung der bereits erwähnten Stresshormone Adrenalin, Cortisol etc. erklären.

So lässt sich durch Rhodiola ggf. ein erhöhter Blutdruck senken und allgemein der „Stress“ für dein Herz reduzieren. Vielleicht „nimmst du dir dann nicht mehr alles so zu Herzen“?!

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Rosenwurz bei Krebs?

Einer russischen Tierstudie nach soll die orale Einnahme von Rhodiola das Krebswachstum um 39% reduzieren und die Bildung von Metastasen um 50% senken.[6]

Ob dieses Effekte auf den menschlichen Organismus übertragbar sind, kann man natürlich nicht pauschal beantworten. Was jedoch durch diese Studie gezeigt werden konnte, waren die verschiedenen antioxidativen Stoffe in Rhodiola und deren Effekte gegen freie Radikale.

Dosierungsempfehlung 

Natürlich sollte jeder stets eigenverantwortlich handeln und sich selber Gedanken zu Einnahmeschemata machen.

Bei der Einnahme von Rhodiola rosea ist aber grundsätzlich auf das Extrakt „SHR-5“ zu achten, falls du dich für ein qualitativ hochwertiges Rhodiola/Rosenwurz Supplement entscheidest.

Entweder SHR-5 oder auch 3% Rosavin kommen hier in Frage. Dosierungen von 200-700mg/Tag sollten unproblematische sein, wobei es sich hierbei natürlich um keine Einnahmeempfehlung handelt!

Ein gutes Rhodiola Produkt ist folgendes von Thorne:

Fazit 

Qualitativ hochwertige Nahrungsergänzungsmittel aus Rhodiola rosea bzw. Rosenwurz sind eine geeignete Möglichkeit, um deinen Stresspegel auf natürliche Art und Weise positiv zu regulieren.

Natürlich sollte immer erst geklärt werden, was die Ursachen für etwaigen, chronischen Stress, andauernde Müdigkeit etc. sind. Es sollten nicht nur Symptome bekämpft werden. Dabei können viele Ursachen im Spiel sein, wie z.B. „ermüdete“ Nebennieren. Mehr dazu erfährst du: hier.

Da Rosenwurz als natürliches Adaptogen wirkt, hat es im Grunde wohl keine wirklichen „Nebenwirkungen“. Es besteht allerdings die Möglichkeit, dass es das Blut verdünnt. Wer damit Probleme hat oder sich Operationen unterziehen muss, der sollte vor der Einnahme mit einem Arzt eines Vertrauens sprechen.

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Literatur zum Thema:

[1] Vgl. Robyn Klein (2004): Allostasis Theory and Adaptogenic Plant Remedies (Memento vom 17. Oktober 2006 im Internet Archive)

[2] Vgl. Neuropsychiatr Dis Treat. 2013; 9: 639–658. Published online 2013 May 14. doi:  10.2147/NDT.S43419, PMCID: PMC3660126

Mood disorders and complementary and alternative medicine: a literature review

Naseem Akhtar Qureshi1 and Abdullah Mohammed Al-Bedah2

[3] Vgl. Vgl. J Ethnopharmacol. 2009 Mar 18;122(2):397-401. doi: 10.1016/j.jep.2009.01.007. Epub 2009 Jan 9. Monoamine oxidase inhibition by Rhodiola rosea L. roots. van Diermen D1, Marston A, Bravo J, Reist M, Carrupt PA, Hostettmann K.

[4] Vgl. Copyright 2000 Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg

[5] Vgl. J Sports Med Phys Fitness. 2010 Mar;50(1):57-63.

Effects of chronic Rhodiola Rosea supplementation on sport performance and antioxidant capacity in trained male: preliminary results.

Parisi A1, Tranchita E, Duranti G, Ciminelli E, Quaranta F, Ceci R, Cerulli C, Borrione P, Sabatini S.

[6]Vgl. https://www.researchgate.net/publication/266611219_The_influence_of_Rhodiola_rosea_extracts_on_non-specific_and_specific_cellular_immunity_in_pigs_rats_and_mice

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Inositol – Ein Weg heraus aus Stress, Angst & Depression ?

Was ist Inositol?

Inositol – Das Schlafmittel der Natur. Diese Verwandte der B-Vitamine sorgt für Entspannung deines Nervenkostümes und und trägt zu einem erholsameren Schlaf bei. Erfahre, was Inositol so alles drauf hat und wie du davon vielfach profitieren kannst.

Wie ich bereits in meinem Artikel „7 einfache Tricks um schneller zu regenerieren“ und „Du kannst nicht mehr ruhig schlafen? 3 einfache Wege, um deine Schlafqualität umgehend zu verbessern.“ beschrieben habe, ist Inositol – je nach Literatur – meist zur Gruppe der B-Vitamine zu zählen und kann so als Vorstufe aller Neurotransmitter angesehen werden.

Durch Inositol wachsen Nervenzellen heran und diese werden in ihrer Funktion positiv beeinflusst.

Somit fungiert Inositol quasi als „Joker“.

Meiner Meinung nach können durch die Einnahme alle eventuellen temporären oder genetischen Neurotransmitter-Defizite gemindert oder – je nach Ausprägung – sogar behoben werden.

Bist du dauerhaft physischem oder psychischem Stress ausgesetzt, dann kann dir Inositol dabei helfen, deine Leistungen zu steigern indem es nervenbedingte Schlafstörungen sowie Unruhe und Nervosität lindert.

Neben dieser positiven Eigenschaft in Zusammenhang mit der Regenerationsfähigkeit trägt Inositol auch dazu bei, dein Haarwachstum zu stärken. Es kräftigt deine Nägel und hilft beim Abtransport von Fetten.

Inositol kannst du ganz einfach in Pulverform konsumieren. Am besten in Kombination mit unserem hochwertigen Magnesiumpräparat, Multi Magnesium 7, etwa 30 Min vor dem zu Bett gehen.

Die Dosierung ist abhängig von vielen Faktoren und zwar insbesondere von (d)einem möglichen Neurotransmitterdefizit.

Neurotransmitter sind Botenstoffe in deinem Gehirn, die u.a. für die Reizübertragung verantwortlich sind.

Vereinfachte Einteilung der vier relevantesten Neurotransmitter. Quelle: Eigene Darstellung.

Vereinfachte Einteilung der vier relevantesten Neurotransmitter. Quelle: Eigene Darstellung.

Das Bild zeigt dir die grobe Einteilung der vier relevantesten Neurotransmitter (NT). Die zwei belebenden NT, Dopamin & Acetylcholin sowie die zwei entspannend wirkenden NT G.A.B.A. (Gamma Amino-Buttersäure -> wobei das letzte A hier für Acid = engl. für Säure steht) und Serotonin.

Inositol in der Kosmetikindustrie

Wahrscheinlich ist es dir noch gar nicht aufgefallen, aber du hast sicher schon Inositol konsumiert – und zwar wahrscheinlich über deine Haut. Denn natürlich hat auch die Kosmetikindustrie die positiven Eigenschaften von Inositol erkannt und sich zu nutze gemacht.

So enthalten heute vor allem Pflegeprodukte Inositol, die die Faltenbildung minimieren und die Haut glätten sollen, da dieses Feuchtigkeit spendet und antistatische Eigenschaften besitzt.

Demnach soll es die deine Haut glätten helfen, dich re-hydrieren und deine Haare pflegen. Inositol findest du sowohl in Produkten der Discounter wie auch in teuren Markenprodukten.

Sein Einsatz reicht vom Shampoo bis hin zur Antiagingcreme. Oftmals findest du Inositol bei Pflegeprodukten auch unter der Bezeichnung „Inosit“, „Myo-Inosit“ oder auch „Cyclohexanhexol“.

Inositol gegen Depressionen

Sicher hast du schon oft die Redensart „das geht mir auf die Nerven“ verwendet, wenn deine Geduld mal wieder auf die Probe gestellt wurde. Doch was geschieht, wenn sich Dinge tatsächlich manifestieren? Was, wenn dir wirklich etwas auf die Nerven geht?

Falls deine Nervenfunktion eingeschränkt ist, dann zeigt sich bei langanhaltendem Stress, dass die Signalweiterleitung von Nervenzelle zu Nervenzelle tatsächlich beeinträchtigt wird.

In extremen Fällen wie z.B. Depressionen konnte nachgewiesen werden, dass die Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit von Betroffenen zu geringe Mengen an Inositol aufwies. [1]

Das Problem bei der Behandlung von Patienten, die unter Depressionen leiden, war/ist oftmals deren Behandlung mit Anti-Depressiva, die Lithiom enthalten (z.B. zur Behandlung von manisch-depressiven Patienten). Dieses senkt den Level an Inositol im Gehirn noch weiter statt ihn anzuheben.

Laut Dr. Atkins konnten gleich zwei Studien zeigen, dass Patienten die unter Depressionen litten und deren Inositolwerte wieder auf ein gesundes Maß angehoben wurden, wahre „Wunder“ bewirken konnte. [2]

In Zusammenhang seiner Depressionsbehandlungen empfahl Dr. Atkins 6-12g Inostiol/Tag, über einen Zeitraum von vier Wochen.


Nachzulesen in:  Dr. Atkins‘ Vita-Nutrient Solution: Nature’s Answer to Drugs


Neben der Behandlung von Depressionen mit Inositol konnten auch Erfolge bei der Behandlung von anderen psychischen Krankheiten gezeigt werden.

Darunter z.B. Panikattaken, Alzheimer, Esstörungen sowie bei Zwangsstörungen und/oder Neurosen. [3] [4] [5] [6]

Inositol und Angst

Interessantes Inositol. Es konnte gezeigt werden, dass die positiven Auswirkungen eines entsprechenden Inositolkonsums nicht bei den oben bereits genannten Fakten aufhören.

Denn Inositol kann weit mehr. Es hilft nämlich auch gegen Angstzustände wie z.B. Agoraphobia (der Angst sich in der Öffentlichkeit zu bewegen).

Dr. Atkins konnte bei Angstzuständen ebenfalls mit einer Dosierung von 6-12g/Tag gute Ergebnisse erzielen.

Selbst bei sehr hohen Dosierungen von 18g Inositol/Tag konnten übrigens keinerlei Nebenwirkungen festgestellt werden. [7] Darüber hinaus berichtet eine Studie darüber, dass Inositol in seiner Wirkung sogar gleich auf liegt mit einem Antidepressivum namens „Fluoxamin“. [8]

Inositol – Allgemeine Dosierungsempfehlungen

Da dein Körper Inositol – zumindest zu einem gewissen Teil, (wahrscheinlich im Darm) – selber herstellen kann, wird es nicht als essentiell angesehen.

Natürlich kann diese „Eigenproduktion“ nur optimal funktionieren, wenn du sonst gesund bist und alle Organe ebenfalls einwandfrei Arbeiten.

So kann kein Inositol in deinem Darm produziert werden, wenn deine Darmwand z.B. für alle möglichen Stoffe zu durchlässig ist, weil du womöglich an einem sogenannten „Leaky Gut“ leidest.

Wie dich ein Leaky Gut deine Erfolge kosten kann, kannst du hier im Detail nachlesen.

Also spielt nicht nur eine gesunde Bakterienkultur in deinem Darm eine wichtige Rolle für eine optimale Inositol Produktion, sondern auch gesunde, funktionierende Nieren und eine optimale Entgiftungsfunktion deiner Leber zu bewerkstelligen.

Demnach kommst du auf einen täglichen Inositolbedarf von grundsätzlich 4-8g. Geht man davon aus, dass dein Körper dreiviertel des benötigten Inositols selbst herstellen kann und dass wir alle vermutlich unter Nährstoffmangel (bedingt durch schlechte/unzureichend mineralisierte Ernährung) leiden, so bleibt noch eine externe notwendige Zufuhr von etwa 1-2g/Tag.

Diese solltest du in Form von hochwertigen Nahrungsergänzungsmitteln zu dir nehmen. Am besten etwa 30 Minuten vor dem Schlafen gehen.

Fazit

Wenn du deinen Stresslevel senken möchtest, besser schlafen und dich regenerieren möchtest, dann ist Inositol ein effizientes „Werkzeug“. Auf seine Einnahme solltest du dann auf keinen Fall verzichten.

Eine bessere Regeneration verleiht dir mit Sicherheit eine wesentlich höhere Stresstoleranz, die dich im Alltag den physischen wie psychischen Stress besser verkraften lässt und dir zu mehr Energie verhilft.

Des Weiteren unterstützt Inositol – genau wie Cholin und Methionin-  deine Leber bei der Entgiftung (bzw. dem Verbrennen von aufgenommenem und/oder gespeichertem Körperfett) und kann so positiv zu einer Beschleunigung deines Fettstoffwechsels beitragen.  [9]

Was hältst du von Inositol? Hast du schon Erfahrungen damit gemacht?

Teile deine Meinung und hinterlasse einen Kommentar.

Literatur zum Thema:

[1] Vgl. Levine. Controlled trials of inositol in psychiatry. European Journal of Neuropsychopharmacology. 1997 May;7(2):147-55. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9169302

[2] Vgl. Dr. Atkins vita-nutrient solution – Your complete Guide to Natural Health, S. 78.

[3] Vgl. Levine et al. Double-blind, controlled trial of inositol treatment of depression. The American Journal of Psychiatry 1995. 152(5): 792-794. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/7726322

[4] Vgl. Benjamin et al. Double-blind, placebo-controlled, crossover trial of inositol treatment for panic disorder. The American Journal of Psychiatry 1995 Jul;152(7):1084-6.. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/7793450

[5] Vgl. Gelber et al. Effect of inositol on bulimia nervosa and binge eating. The International Journal of Eating Disorders. 2001 Apr;29(3):345-8.. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11262515

[6] Vgl. Fux et al. Inositol treatment of obsessive-compulsive disorder. The American Journal of Psychiatry. 1996 Sep;153(9):1219-21. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8780431

[7] Vgl. Fux,M., et al., American Journal of Psychiatry, 1996; 153: 1219-21.

[8] Vgl. Palatnik et al. Double-blind, controlled, crossover trial of inositol versus fluvoxamine for the treatment of panic disorder. Journal of Clinical Psychopharmacology. 2001 Jun;21(3):335-9. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11386498

[9] Vgl. Dr. Atkins Vita Nutrient Solution, S. 79.

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Warum du deine Zirbeldrüse entkalken solltest Teil – IV (Mechanismen)

Wenn du meinen Blog regelmäßg verfolgst, dann wirst du bereits festgestellt haben, dass das Thema rund um unsere Zirbeldrüse eines meiner Lieblingsthemen ist.

Meines Erachtens ist die Zirbeldrüse (auch Epiphyse genannt) eine der – wenn nicht sogar DIE – meist unterschätzte (endokrine) Drüse unseres Körpers. Doch ihre positiven Wirkungsmechanismen können sich nur entfalten, wenn sie richtig funktioniert und nicht – wie wohl leider bei sehr vielen Menschen – im wahrsten Sinne des Wortes verkalkt ist!

Wenn für dich die Thematik Zirbeldrüse komplett neu ist, dann empfehle ich dir, zunächst mit Teil I meiner Artikelserie zu beginnen:

Die ZirbeldrüseWarum Sie Ihr Hirn entkalken sollten! Teil I

Dieser Artikel beschäftigt sich mit den „Wirkmechanismen“ der Zirbeldrüse. Was macht die Zirbeldrüse so besonders, und warum hat es überhaupt einen Sinn, sie zu entkalken bzw. Fluoride aus dem Körper auszuleiten und vielem mehr rund um das Thema Zirbeldrüsenhormone, Neurotransmitter (also Botenstoffen zur Reizweiterleitung im Gehirn) & Co….

Die Zirbeldrüse (Hirnanhangsdrüse)

Du kannst dir deine Zirbel- oder Hirnanhangdrüse, wie sie auch genannt wird, vom Aussehen her wie eine Art Pinienzapfen vorstellen. Daher wohl auch der englische Name, pineal gland, für pineal = Pinie und gland = Drüse.

Dabei dient dir die Zirbeldrüse als „elektromagnetischer Sensor“ zur Regulierung aller Arten von Bewusstseinszuständen (von einer Stimmung bis hin zur außersinnlichen Wahrnehmung). [1]

Dale et al. beschreiben die Zirbeldrüse in diesem Zusammenhang als Erzeuger eines Magnetfeldes, welches aufgrund von „Magnetkristallen“ entsteht, die sich in der unmittelbaren Umgebung zur Hirnanhangsdrüse befinden sollen. [2]

Dies würde Sinn haben, da Patienten, die unter einer gestörten Zirbeldrüsenfunktion litten neben einem gestörten Zeitgefühl auch Schwierigkeiten hatten, Informationen über elektromagnetische Felder weiterzugeben.

Darüber hinaus hatten diese Patienten teilweise mit enormen (Einschlaf)schwierigkeiten zu kämpfen und litten (wahrscheinlich verursacht durch die mangelnde Schlafqualität) gelegentlich auch unter weiteren gesundheitlichen Problemen. [3]

Auch das ist in meinen Augen nachvollziehbar, da die Zirbeldrüse u.a. das Hormon Melatonin ausschüttet, das du zur Steuerung deines Schlaf-Wach-Zyklus benötigst.

Werden die „Mechanismen“ gestört, die diesen Zyklus steuern, dann kann (bei langanhaltendem Auftreten) ein „Domino-Effekt“ ausgelöst werden.

Denn schon zu wenig (quantitativer) und vor allem zu wenig „guter“ (qualitativer) Schlaf können z.B. deine Stresstoleranz massiv senken, dich somit anfälliger für Krankheiten machen oder z.B. deine Cortisol Produktion dauerhaft so erhöhen, dass es zu einer punktuellen Fetteinlagerung insbesondere in der Bauch- und Hüftregion führen kann! 

Die „Rangfolge“ der Zirbeldrüsenaktivität

Betrachtet man die Zirbeldrüsenaktivität, so lässt sich aus biochemischer Sicht eine Art Rang- oder Reihenfolge beobachten. Gewisse „Schritte müssen gegangen werden, um zum Ziel einer vollen Aktivierung zu gelangen.

Hierbei handelt es sich um die Synthese (Herstellung) der Aminosäure namens Trypthophan, mit den Substanzen Serotonin, Melatonin, Pinolin und schließlich Dimethyltryptamin (DMT).

Vereinfach dargestellt sehen diese Schritte wie folgt aus (siehe Bild):

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Tryptophan

Tryptophan ist eine essentielle Aminosäure, die du über deine Nahrung aufnehmen musst. Hierfür eignen sich z.B. Hühnereier (Vollei), Walnüsse, Cashewkerne, Hähnchenbrust, Schweinefleisch, Kakaopulver (ohne Zucker) und auch roher Lachs.

Tryptophan ist allerdings nur im Proteinanteil dieser (und anderer) Lebensmittel gebunden. Von diesem ohnehin schon geringen Anteil kann dein Körper darüber hinaus nur noch geringe Prozentsätze tatsächlich „verstoffwechseln“.

Zur Aufnahme von Tryptophan sind deshalb qualitativ hochwertige Nahrungsergänzungsmittel von Bedeutung, zumal der tägliche Bedarf sehr individuell ausfallen kann.[4]

Tryptophan ist zwar nur in wenigen Lebensmitteln und dort auch nur in geringen Dosierungen enthalten, erfüllt jedoch wichtige Funktionen in deinem Körper und dies nicht nur in Bezug auf die Aktivität deiner  Zirbeldrüse.

Meiner Meinung nach ist (neben der Zirbeldrüsenaktivierung) die beste Eigenschaft des Tryptophans wohl seine stimmungsaufhellende Wirkungsweise.[5] So reguliert Tryptophan deine Gefühlslagen und kann sich dadurch positiv auf dein allgemeines Wohlbefinden auswirken.

Dies geschieht durch die Umwandlung in einen deiner körpereigenen Neurotransmitter: dem Serotonin.

Neben der stimmungsaufhellenden Wirkung unterstützt Tryptophan z.B. auch die Produktion von Vitamin B3 (Niacin). Dieses wird u.a. wieder für die „Herstellung“ von anderen Neurotransmittern benötigt und spielt eine weichtige Rolle bei der Verstoffwechslung der Makronährstoffe (Kohlenhydrate, Proteine und Fette).

Nicht nur im Zuge der Zirbeldrüsenaktivierung ist es – aus meiner Sicht – von äußerster Wichtigkeit, den eigenen Schlaf zu optimieren. Hier kann die Zufuhr von Tryptophan helfen, indem sie deinen Serotoninspiegel im Blut am Tage konstant hält. Dadurch kannst du dann nachts ausreichend Melatonin produzieren.

Serotonin

Serotonin wird also am Tage produziert und ist ein Neurotransmitter. Es steuert deinen Appetit, deinen Schlaf, die Körpertemperatur und auch deine Emotionen. [6]

Serotonin ist zwar in vielen kohlenhydratreichen Nahrungsmitteln enthalten, kann aber die Blut-Hirn-Schranke (hämatoenzephalische Schranke) nicht „alleine“ passieren um in dein Gehirn zu gelangen und als Neurotransmitter tätig werden.

Hierfür benötigt es Tryptophan, welches Serotonin in deinem Gehirn/zentralem Nervensystem (ZNS) erzeugt bzw. metabolisiert.

Eine kdohlenhydratreiche Mahlzeit führt so anscheinend nur indirekt zu einer Serotoninausschüttung im Gehirn. Vielmehr sorgen solche Mahlzeiten dafür, dass die Bioverfügbarkeit von Tryptophan (im jeweiligen Lebensmittel) erhöht wird.

Unter Bioverfügbarkeit versteht man die Effizienz aufgenommener Wirkstoffe. Also wie viel (in Prozent) von dem was du konsumierst, kann dein Körper auch tatsächlich aufnehmen und wird nicht einfach wieder ausgeschieden.

Mehr zum Thema Bioverfügbarkeit erfährst du in dem Artikel: Warum du liposomales Vit. C benötigst – Teil I  und: Wie du mit Kurkumin auf einfache Weise deine Gesundheit stärken kannst

Mir stellen sich in diesem Zusammenhang folgende Fragen:

  • inwieweit können kohlenhydratreiche Speisen die vorwiegend aus sogenannten Einfachzuckern bestehen (und ohne, dass tryptophanhaltige/proteinhaltige Lebensmittel dazu konsumiert werden) den Serotoninspiegel tatsächlich erhöhen?
  • Muss zur optimalen „Freisetzung“ von Serotonin immer ein Lebensmittel konsumiert werden, das eine tryptophanreiche Proteinmenge besitzt?
  • Ist die Gabe von Tryptophan in Form von Nahrungsergänzungsmittel effizienter, wenn man die Aufnahme von Kohlenhydraten (z.B. bei adipösen oder übergewichtigen Leuten) begrenzen möchte?

Übrigens:

Trypthophan sollte nicht gleichzeitig mit dem bekannten Supplement 5-HTP eingenommen werden! Zwar metabolisieren beide Nahrungsergänzungsmittel zu Serotonin, manche profitieren aber eher von der Einnahme von der Aminosäure Tryptophan als vom bekannteren 5-HTP.

Das liegt wohl daran, dass bei der Einnahme von Tryptophan der Körper die produzierten Serotoninmengen aufgrund des Enzyms namens „L-Tryptophan Hydroxylase“ besser regulieren kann.

Bei 5-HTP hingegen deutet manches darauf hin, dass die Serotoninmenge weniger gut reguliert werden kann und ein gewisser Teil in den Darm gelangen kann, wo es Magen-Darm Probleme kommen kann.

Melatonin

Melatonin (N-acetyl-5-methoxytryptamine) ist das Hormon, das deinen Schlaf-Wach-Zyklus (circadianer Rhythmus) regelt. Es ist wohl eines der stärksten Antioxidantien in deinem Körper.[7]

Es kann aber nur richtig wirken, wenn es A: komplett dunkel ist, B: die Zimmertemperatur nicht zu hoch ist und C, wenn deine Zirbeldrüse nicht durch Fluorid – im wahrsten Sinne des Wortes – verkalkt ist. [8]

Durch den Anstieg des Melatonin-Wertes im Blut wirst du bei zunehmender Dunkelheit und optimalem Biorhythmus zunehmend müder, bis du einschläfst. Zwischen zwei und drei Uhr nachts ist dein Melatoninspiegel dann auf dem Höhepunkt.

Eine optimale Melatonin Ausschüttung sorgt also dafür, dass du schneller einschlafen und besser durchschlafen kannst. [9] Aber auch deine Aufmerksamkeit und deine geistige Leistungsfähigkeit profitieren davon. [10]

Pinolin – stärker als Melatonin?

Pinolin (6-Methoxy-1,2,3,4-tetrahydro-β-carboline) und Melatonin sind chemisch gesehen dem Serotonin (5-hydroxytryptamine) sehr ähnlich. [11]

Pflanzen aus der traditionellen Medizin – heute als Alternativmedizin genannt – die diesen Wirkstoff enthalten, sind die wohl nur wenigen bekannten „Jochblattgewächse“ und die „Steppenraute“.

Pinolin ist ferner eine Neurochemikalie, die für dein Bewusstsein eine Rolle spielt. [12]

5-MEO-DMT

Auf dem „Weg“ von Pinolin hin zur Freisetzung von DMT scheint es eine Art „Zwischenstufe“ zu geben.

Die Zirbeldrüse soll nach einer sechs bis achttägigen kontinuierlichen Meditationszeit (vollständige vorherige Entkalkung vorausgesetzt) in der Lage sein, das Hormon „5-MEO-DMT“ zu produzieren bzw. freizusetzen. Es ist ein psychedelisches Tryptamin, das sich auch in bestimmten Krötengiften, Pflanzen, Samen und Harzen finden lässt. [13]

Unter Tryptamin versteht man – je nach Literatur – chemische Verbindungen, die vom sogenannten „2-(Indol-3-yl)-ethylamin“ abgeleitet werden. Tryptamine sind also Stoffwechselprodukte von Menschen, Tieren, oder Pflanzen. Sie zählen zu den sog. „Indoalkaloiden“.

Wie durch die zuvor beschriebenen Schritte nun hoffentlich nachvollziehbar, zählt zur Tryptamin-Struktur ebenfalls Serotonin, Melatonin, Tryptophan sowie das  psychedelisch wirksame Halozinogen, DMT.

DMT (Di-Methyl Tryptamine)

Aus biochemischer Sicht ist DMT zunächst ein natürlich in Lebewesen vorkommendes Tryptamin und ein menschlicher Neurotranmitter.[14]

Aus „mystischer“ Sicht stellt DMT ein psychodelisches Entheogen dar, das für eine schier unbezifferbare Anzahl spiritueller „Erfahrungen“ verantwortlich sein soll.

Entheogene wirken psychotomimetisch in dem sie u.a. deine Neurotransmitter beeinflussen können.

DMT soll eines der stärksten und gleichzeitig mysteriösesten Psychodele sein, die existieren. So ist es z.B. Hauptbestandteil eines „Gebräus“ namens „Ayahuasca“, dass von Kulturen in Südamerika zu verschiedenen Ritualen getrunken wird. [15]

Zu Pflanzen die DMT enthalten, gehört z.B. die Acacia (Acacia acuminata) mit bis zu 1,8% Alkaloiden, die zum Großteil Dimethyltryptamin (DMT) aus deren Rinde enthalten. [16]

Zusätzlich zur Rinde enthalten die Blätter der Acacia ebenfalls DMT (bis zu 1,2%) sowie Tryptamin.[17]

Wenn du mehr über die pharmakologischen Hintergründe von DMT oder Ayahuaska erfahren möchtest, dann kannst du dies z.B. unter folgenden Links (auf Englisch) nachlesen:

Fazit

Die Zirbeldrüse ist und bleibt Gegenstand intensiver Untersuchungen. Viele der zuvor „sagenumwobenen“ Mythen wurden mittlerweile sogar durch unsere „westliche“ Schulmedizin bestätigt.

So sollte man die positiven Eigenschaften unseres Dritten Auges (wie die Zirbeldrüse auch genannt/betrachtet wird) nicht nur als Hokus Pokus abtun, nur weil es (noch) keine „wissenschaftlichen“ Bestätigung dafür gibt.

Doch wenn du dich mit dem Thema der Zirbeldrüse beschäftigst, dann gehe ich ohnehin davon aus, dass du dann weißt, dass die Wissenschaft nicht immer Wissen schafft…

Abschließend noch zusätzlich ein kleiner Praxistipp und zwar wiederum zum Thema Zahnpasta. Von der Marke „Blackwood“ gibt es eine Zahnpasta, die ebenfalls ohne Fluoride und Peroxid auskommt.

Zusätzlich verfügt sie über Aktivkohle, die die Zähne auf natürliche Weise von Verunreinigungen befreien und leicht aufhellen soll. Sie enthält Wacholderbeeren, soll blutstillend und auch entzündungshemmend wirken.

Anbei der link zu amazon:

Wie sind deine Erfahrungen mit der Entkalkung der Zirkeldrüse?

Hinterlasse einen Kommentar.

Literatur zum Thema:

[1] Vgl. Cyndi Dale, Der Energiekörper des Menschen: Handbuch der feinstofflichen Anatomie, 2012, S. 81.

[2] Vgl. Cyndi Dale, Der Energiekörper des Menschen: Handbuch der feinstofflichen Anatomie, 2012, S. 81.

[3] Vgl. I. Haimov. & P. Lavie, Melatonin –  A Soporific Hormone, Current Directions in Psychological Science 5 (1996): 106-111.

[4] Vgl. G. Lazaris-Brunner, M. Rafii, R. O. Ball, P. B. Pencharz: Tryptophan requirement in young adult women as determined by indicator amino acid oxidation with L-[13C]phenylalanine. In: Am. J. Clin. Nutr. 68(2); Aug 1998: S. 303-10 PMID 9701187

[5] Vgl. Roiser JP, Levy J, Fromm SJ, Nugent AC, Talagala SL, Hasler G, Henn FA, Sahakian BJ, Drevets WC. The effects of tryptophan depletion on neural responses to emotional words in remitted depression. Biol Psychiatry. 2009 Sep 1;66(5):441-50. Epub 2009 Jun 17

[6] Vgl. Cyndi Dale, Der Energiekörper des Menschen: Handbuch der feinstofflichen Anatomie, 2012, S. 82.

[7] Vgl. Takahashi JS, Zatz M: Regulation of circadian rhythmicity. In: Science 1982/217, S. 1104–111.

[8] Vgl. Literaturrecherche Melatonin-Defizit (PDF) Klinik für Schlafmedizin im St. Hedwig Krankenhaus, 2009.

[9] Vgl. Remy Luthringer: The effect of prolonged-release melatonin on sleep measures and psychomotor performance in elderly patients with insomnia. 2009, PMID 19584739.

[10] Vgl. Vgl. Patrick Lemoine: Prolonged-release melatonin improves sleep quality and morning alertness in insomnia patients aged 55 years and older and has no withdrawal effects. 2007, PMID 18036082.

[11] Vgl. Mario de la Fuente Revenga†, Concepción Pérez†, José A. Morales-García‡§, et. al., Neurogenic Potential Assessment and Pharmacological Characterization of 6-Methoxy-1,2,3,4-tetrahydro-β-carboline (Pinoline) and Melatonin–Pinoline Hybrids, ACS Chem. Neurosci., 2015, 6 (5), pp 800–810, DOI: 10.1021/acschemneuro.5b00041, Publication Date (Web): March 27, 2015, Copyright © 2015 American Chemical Society

[12] Vgl. Cyndi Dale, Der Energiekörper des Menschen: Handbuch der feinstofflichen Anatomie, 2012, S. 82.

[13] Vgl. Vgl. Cyndi Dale, Der Energiekörper des Menschen: Handbuch der feinstofflichen Anatomie, 2012, S. 82.

[14] Vgl. Vgl. Cyndi Dale, Der Energiekörper des Menschen: Handbuch der feinstofflichen Anatomie, 2012, S. 82.

[15] Vgl. Dennis J. McKenna, G.H.N. Towers, et al.: Monoamine oxidase inhibitors in South American hallucinogenic plants: Tryptamine and β-carboline constituents of Ayahuasca. In: Journal of Ethnopharmacology. 10, 1984, S. 195–223, doi:10.1016/0378-8741(84)90003-5.

[16] Vgl. Jeremy EGA conference, Australia 2009, used successfully in S.Australia since c.2008.

[17] Vgl. White et al. 1951.

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Warum dein Handy und dein Computer erhebliche negative Auswirkungen auf deinen Körper und deine Leistungsfähigkeit haben können

Heutzutage ist der englische Begriff des „detox“ fast schon in aller Munde. Gemeint ist hiermit eine „Entgiftung“ des Körpers. Es handelt sich um Gifte, die  i.d.R. durch die Nahrung aufgenommenen werden (Umweltgifte).

Doch wie verhält es eigentlich mit den unterschiedlichen Formen von Strahlungen, die du tagtäglich – in der Regel unwissentlich – aufnimmst?

Was ist mit z.B. mit Wlan, Bluetooth, Handyfunk, Strommasten, Microwellen, DECT-Strahlung, GPS-Frequenzen und mehr los?

Wie viel „Strahlungsdosis“ ist unbedenklich, und welche gesundheitlichen Vorteile hast du, wenn du dich nicht permanenter Strahlung (in welcher Form auch immer) aussetzt?

Dieser Artikel gibt einen Überblick über potenzielle Gefahren unterschiedlicher Formen von Strahlungen, die negative Auswirkungen auf deine Leistungsfähigkeit haben können sowie über Möglichkeiten, wie du dich aus meiner Sicht schützen kannst …

Warum du kein schnurloses Telefon verwenden solltest

Schnurlose Telefone funktionieren heute nach dem sogenannten DECT-Datenübertragungsstandard[1] (Digital Enhanced Cordless Telecommunications).

Dieser „sendet“ mit einer „gepulsten hochfrequenten Strahlung“ samt hoher Intensitäten. In der Regel bist du dieser Strahlung ungeschützt ausgesetzt. Das, was „strahlt“, sind sowohl die Basisstation des Telefons (strahlt konstant) als auch das Mobilteil (strahlt nur, wenn telefoniert wird).

Insbesondere solch eine konstante, Strahlung kann sich negativ auf deinen Körper auswirken, da dieser in einen Stresszustand versetzt wird. Dies wirkt sich  negativ auf deine Neurotransmitter aus.[2]

Neurotransmitter sind Botenstoffe, die in deinem Gehirn zur Weiterleitung elektrischer Impulse an Synapsen dienen. Mehr über die (aus meiner Sicht) vier wichtigsten Neurotransmitter Dopamin, Acetylcholin, GABA und Serotonin erfährst du unter anderem hier, hier und auch hier.

Durch die Beeinflussung der Neurotransmitter wird dein Körper indirekt in einen physischen Stesszustand versetzt, indem in Folge dessen z.B. die sogenannte Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse (verstärkt bei Kindern & Jugendlichen) tangiert wird.[3]

Mehr über deine Nebennieren und wie du diese in ihrer Funktion ganz einfach unterstützen kannst, erfährst du hier.

Bei dauerhafter DECT-Strahlung können u.a. folgende Probleme auftreten:

  • Schlafstörungen (negative Beinflussung der Neurotransmitter GABA/Serotonin)
  • Infektanfälligkeit
  • Immunschwäche
  • Allergien
  • Herz-/Kreislauferkrankungen
  • Stimmungsschwankungen
  • vegetative Störungen

Hierbei handelt es sich bei all diesen  Problemen um Symptome/Erkrankungen, die man wohl in der Regel nicht in Verbindung mit übermäßigem „Strahlenkonsum“ eines Haustelefons in Verbindung bringen würde. Oder?

Selbst die EU warnt in einer Presseerklärung vom 27.5.2011 vor dem Gebrauch von permanent „strahlenden“ Telefonen.

Mittlerweile gibt es aber Telefone, bei denen die Basisstation nicht mehr permanent strahlt, und auch das Mobilteil nur reduziert strahlt. Dies wiederum  „nur“ beim Telefonieren.

Leider funktionieren diese sogenannten „Öko“ oder „ECO“-Modi aber wohl nicht immer wie versprochen …

Wer beruflich oder privat viel telefoniert, sollte sich – meiner Meinung nach – dringend ein solches „strahlungsarmes“ Telefon zulegen.

Nach meiner Recherche sind verlässliche Modelle, die der Marken Swissvoice oder Orchid.

Ich habe mir folgendes Modell von Swissvoice bestellt:

Warum du dein Mobiltelefon so wenig wie möglich nutzen solltest

Natürlich hat auch das von vielen so heiß geliebte Mobiltelefon oder smart phone wohl eine ähnlich negative Auswirkung auf deinen Körper.

So wurde z.B. gezeigt, dass Medizinstudenten die ihr smart phone täglich länger als zwei Stunden nutzen, eine deutlich schlechtere Schlafqualität hatten als Studienkollegen, die weniger Zeit am bzw. mit ihrem Handy verbrachten.

Neben der schlechteren Schlafqualität litten die Studenten darüber hinaus auch an Müdigkeit während des Tages. Dies kann nicht nur negative Auswirkungen auf die geistige Aufnahmefähigkeit haben.[4]

Ferner wurde beschrieben, dass durch das Telefonieren mit dem Handy (im 1800 MHz GSM Bereich) auch sogenannter oxidativer Stress entstehen kann (entsteht durch freie Radikale, die Zell- und andere Schäden verursachen können).[5]

Menschen mit Herzschrittmachern, implantierten Defibrillatoren oder auch Hörgeräten wird abgeraten, ihr Mobiltelefon zu nahe (8 inch = ca. 20cm) an diesen technischen Geräten zu tragen, um möglichen Fehlfunktionen oder Beeinträchtigungen durch Mobiltelefone vorzubeugen.[6]

Natürlich macht auch bei der „Strahlung“ wohl letztlich die Dosis das Gift. Hier stellst sich mir dann aber die Frage, wie viel „Passivstrahlung“ man tagtäglich abbekommen kann, auch ohne selbst mit dem Handy zu telefonieren oder mit dem eigenen Computer im WLAN zu surfen.

Dass – ich nenne sie mal „Handy-Zombies“ – immer weiter zunehmen, bedarf wohl keiner Belege durch Studien, da man hierzu nur einmal nach draußen gehen muss, um seine Mitmenschen beim telefonieren zu beobachten …

Um dies dennoch mit ein paar Zahlen zu untermauern, kann man nachlesen, dass z.B. 17,9% der Studenten ihr Handy während des Autofahren nutzen und fast 96% dies ständig im Hörsaal nutzen und so der Handystrahlung ausgesetzt sind.[7]

Die gleiche Studie zeigte auch, dass immerhin schon 34,5% dieser Studenten unter sogenannter „Ringxiety“ litten. Dabei handelt es sich um ein „Phantomklingeln“. Sie hörten ein Klingeln, das gar nicht vorhanden war…[8]

Eine solche „Mobiltelefon- und/oder Smart Phone-Sucht“ besitzt ein ähnliches Suchtpotenzial wie etwa das Glücksspiel oder Videospiele. Bei Entzug kann es sowohl zu körperlichen wie geistigen Entzugserscheinungen kommen.[9]

Hierzu gehören z.B. Symptome wie:

  • Angstzustände
  • Unruhe
  • Nervosität
  • Reizbarkeit

Fazit

Den meisten Menschen scheint es mittlerweile bewusst zu sein, dass ein exzessiver Gebrauch der Handys, Schnurlostelefonen, Wlan-(Routern), Mikrowellen & Co. nicht unbedingt zur Verbesserung unserer Gesundheit beiträgt.

Einige negative Ursachen von zu viel Strahlung ( ganz gleich welcher Art) sind mittlerweile durch diverse Studien belegt. Fraglich bleibt jedoch, welche Langzeitfolgen entstehen können, bei einem ständig zunehmenden „Electrosmog“.

Hier liegt es wohl wieder in der Verantwortung des Einzelnen zu überlegen, ob und wie er sich gegen diese – aus meiner Sicht – immer stärker werdende Abhängigkeit von der Elektronik zur Wehr setzen kann …

Eine der von mir derzeit getesteten Möglichkeiten ist z.B. der sogenannte „i-Like E-Chip“, der schädlichen Elektrosmog „vitalisieren“ soll … Mehr Infos dazu findet du hier.

Vieles was du zur „EMR-Protection“ benötigst findest du ferner bei YSHIELD, hier.

 

Wie ist deine Meinung zum Handy, WLAN & Co?

Hinterlasse einen Kommentar oder schreibe eine E-Mail an:

info@bernd-stoesslein.de

 

 Literatur zum Thema:

[1] Vgl. emf-portal.de, Quelle: http://www.emf-portal.de/viewer.php?aid=19075&l=g, Zugriff. v. 25.12.2015.

[2] Vgl. Veränderung klinisch bedeutsamer Neurotransmitter unter dem Einfluss modulierter hochfrequenter Felder – Eine Langzeiterhebung unter lebensnahen Bedingungen. Von: Buchner K, Eger H; Erschienen in: Umwelt – Medizin – Gesellschaft 2011; 24 (1): 44 – 57.

[3] Vgl. Geronikolou SA1, Chamakou A2, Mantzou A3, Chrousos G4, Kanaka–Gantenbein C5.; Sci Total Environ. 2015 Dec 1;536:182-8. doi: 10.1016/j.scitotenv.2015.07.052. Epub 2015 Jul 21. Frequent cellular phone use modifies hypothalamic-pituitary-adrenal axis response to a cellular phone call after mental stress in healthy children and adolescents: A pilot study.

[4] Vgl. Yogesh S, Abha S, Priyanka S. ndian J Physiol Pharmacol. 2014 Jan-Mar;58(1):100-3. Mobile usage and sleep patterns among medical students.

[5] Vgl. Electromagn Biol Med. 2015 Mar;34(1):72-6. doi: 10.3109/15368378.2014.881370. Epub 2014 Feb 5. Evaluation of selected biochemical parameters in the saliva of young males using mobile phones.

Abu Khadra KM1, Khalil AM, Abu Samak M, Aljaberi A.

[6] Vgl. Radiofrequency Safety-Office of Engineering and Technology (OET): Frequently Asked Questions about the Safety of Radiofrequency (RF) and Microwave Emissions from Transmitters and Facilities Regulated by the FCC. Available from: http:. [Last accessed on 2014 May 9].

[7] Vgl. Subba SH, Mandelia C, Pathak V,  Redddy D,  Goeal A, et al. Ringxiety and the phone usage patterns among the students of a medical college in South India. 2013; 7:205-9.

[8] Vgl. Subba SH, Mandelia C, Pathak V,  Redddy D,  Goeal A, et al. Ringxiety and the phone usage patterns among the students of a medical college in South India. 2013; 7:205-9.

[9] Vgl. Paul B, Saha I, Kumar S, Samim Ferdows S K, Ghose G. Mobile phones: Time to rethink and limit usage.Indian J Public Health 2015;59:37-41, Available from: http://www.ijph.in/text.asp?2015/59/1/37/152856

grüner Tee Plantage

Wie dir L-Theanin dabei hilft besser zu entspannen und zu regenerieren

Wer ein hohes Arbeitspensum an den Tag legt, der braucht auch entsprechende Ruhe, um tagtäglich sein volles Potential entfalten zu können. Ob im Beruf oder beim Training. Wir streben nach Progression. Doch eine Entwicklung/Entfaltung ist nur möglich, wenn du deinem Körper und deinem Geist qualitativen und quantitativen Schlaf ermöglichst.

„Strebe nach Ruhe, aber durch das Gleichgewicht, nicht durch den Stillstand deiner Tätigkeit.“

 (Friedrich von Schiller, deutscher Dichter, 1759 – 1805)

 

L-Theanin – einzigartige Aminosäure aus dem Tee

Die nicht proteinogene Aminosäure L-Theanin oder Theanin ist eine Aminosäure die am häufigsten in Blättern des schwarzen und grünen Tees (Camellia sinensis), aber auch in einer Art Pilz vorkommt.

Zu den positiven Auswirkungen eines Theanin Konsums gehören u.a. [1]:

  • Entspannung
  • Steigert die Gehirnleistung
  • Stimmungsaufheller
  • Schlafqualität
  • Wirkt sich positive bei Krebserkrankungen aus
  • Wirkt sich positiv bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen aus
  • Unterstützt die Gewichtsreduktion
  • Hilft bei „einfachen“ Erkältungen

Allgemein kann man auch davon ausgehen, dass Theanin also tatsächlich eine (positive) Wirkung im Körper auslöst und auch eine Überdosierung keinen Schaden anrichten kann. [2]

L-Theanin wirkt positiv auf dein Zentrales Nervensystem (ZNS), indem es die Ausschüttung der sogenannten Neurotransmitter GABA und Serotonin verursacht. Mehr über Neurotransmitter erfährst du hier.

Dies sorgt für eine Reduktion körperlicher und geistiger Stressreaktionen.

Tierstudien (an Ratten) konnten ebenfalls zeigen, dass L-Theanin dabei hilft Schlafstörungen zu beseitigen, die durch Koffeinkonsum hervorgerufen wurden. [3]

Die Besonderheit von Theanin liegt darin begründet, als dass es zwar einen entspannenden Effekt auf das ZNS ausübt aber keine sedierende (einschläfernde) Wirkung besitzt!

Darüber hinaus stimuliert es das Gehirn sogenannte „Alpha-Wellen“ zu produzieren. Somit eignet sich Theanin hervorragend zur Bekämpfung von chronischen Spannungszustände (z.B. in der Muskulatur), Stress oder Angstzuständen, ohne dabei einschläfernd zu wirken!

Theanin – Kraft ist nichts, ohne Kontrolle

Auch mentale Kraft bzw. Leistungsfähigkeit ist nichts, wenn man sie nicht kontrollieren kann. Äquivalent zu einem Auto, welches seine Motorleistung nicht auf die Straße überragen kann und nur die Reifen durchdrehen lässt.

Ähnlich verhält es sich mit deinem Gehirn…

Gehirnwellen – Schwankungsmuster
Gehirnwellen Sekundentakt Stimmung/Bewusstseinszustand
Delta 0-4 Tiefschlaf (Stufe 3 und 4)
Theta 4-8 Schläfrig/Leichter Schlaf  (Stufe 1 und 2)
Alpha 8-13 Entspannt/wachsam/alarmiert
Beta 13-40 Gestresst/ängstlich/Konzentrationsschwierigkeiten

Tabelle 1: Brain Wave Oscillation Patterns/Gehirnwellen Schwankungsmuster, Quelle: The Cortisol Connection, S.210.

Shawn Talbott – Autor des Buches „The Cortisol Connection“ – vergleicht die Unterschiede der einzelnen Gehirnwellen mit den Gängen eines Autos.

Eine passende Analogie wie ich finde, bei der die langsamsten Gehirnwellen (Delta & Theta) den „Leerlauf“ bzw. den „ersten Gang“ repräsentieren.

Die Alpha Wellen würden dann den oder die Gänge kennzeichnen, in denen das Auto seine volle Kraft nach und nach entfaltet und auch auf die Straße übertragen kann. Also bei einem sechs Gang Getriebe z.B. die Gänge drei bis sechs.

Die Beta Wellen wären dann eine Art „Hyper-Gang“, bei dem zu viel Energie freigesetzt wird und die Räder des Autos durchdrehen, da der „Grip“ fehlt die Kraft auf die Straße zu übertragen. [4]

Dabei hilft dir Theanin aber nicht nur dabei dich besser zu konzentrieren, sondern auch zu entspannen.

Es fungiert also als ein Art Adaptogen. Es Balanciert deinen „Neurotransmitter-Haushalt“, indem es dir hilft dich zu konzentrieren, wenn du es musst, oder dabei dich –wenn du zur Ruhe kommst – auch wirklich entspannen zu können.

Persönliche Erfahrung mit L-Theanin

Ich persönliche habe Theanin getestet, um zu sehen ob es tatsächlich einen positiven Effekt auf das Cortisol Management besitzt und somit zu einer Stressreduktion beitragen kann.

Ausgangspunkt war ein häufig zuckendes bzw. „nervöses“ linkes Augenlied, was ich als Symptom eines zu hohen Stresslevels interpretierte. Denn – meiner Meinung nach – werden Muskeln nicht einfach an- oder einfach ausgeschaltet, wie ein Lichtschalter. Es musste also an einer Dysbalance meines Hormonhaushaltes liegen.

Durch den Einsatz von 500mg L-Theanin/Tag (ca. 30 min vor dem Schlafen gehen) konnte ich das „nervöse Augenlied“ beseitigen. Dies war meine persönliche Testphase, um zu sehen ob Theanin tatsächlich positive Auswirkungen auf den Körper besitzt.

Da ich grundsätzlich nur etwas guten Gewissens weiterempfehle, das ich auch selbst getestet habe, nutze ich L-Theanin nun auch im Rahmen meines Metamoprhose-Programms und mit meinen Personal Training Kunden, im BSPT-Studio.

Ich habe positive Erfahrungen mit folgendem Produkt gemacht:

Dieses enthält auch keine weiteren Zusatzstoffe, außer reinem L-Theanin. Mit 500mg ist es ausreichend dosiert, da Theanin schon ab einer täglichen Gabe von 50-200mg wirken soll.[5]

Theanin aus Tee?

Wie bereits erwähnt lässt sich Theanin in den Blättern nicht nur aus grünem Tee finden. So stellt sich die Frage ob du Theanin nun in Form von Nahrungsergänzungen konsumieren könntest oder lieber der ursprünglichen Form – aus Tee – den Vorzug gibst.

Natürlich ist es möglich THeanin auch durch den Konsum von mehreren Tassen Tee pro Tag zu decken.

Dabei ist jedoch zu achten, dass es Tee ist der dann geerntet wurde, als die Blätter der Pflanze (Camellia sinesis) auch gerade reich an Theanin waren.

Denn während der Produktion sogenannter „sekundären Pflanzenstoffen“ (Polyphenole) wandelt die Teepflanze – je nach Jahreszeit – Theanin in sogenannte Catechine (ebenfalls sekundäre Pflanzenstoffe aber mit vorwiegend antioxidativer Wirkung) um.

Dies ist nichts Schlechtes, wenn man grünen Tee z.B. trinkt, wegen seiner gesundheitsfördernden Eigenschaften.  Wenn man allerdings grünen Tee trinkt, um in erster Linie einen gewünschten Theanin Konsum zu decken müsste man wissen, ob die Blätter der Pflanze dann geerntet wurde, als sie auch noch reich an Theanin war.

Ein weiteres „Problem“ ist das in grünem Tee enthaltene Koffein. Wer eine Aufnahme desselbigen vermeiden möchte, könnte theoretisch auf entkoffeinierten grünen Tee als Alternative zurückgreifen.

Praktisch ist dies aber wohl keine gute Lösung da ein Großteil von Theanin beim „Entkoffeinierungsprozess“ verloren geht.[6]

Somit stellt – meiner Meinung nach – eine Aufnahme in Form von Nahrungsergänzungsmitteln die einfachste und wohl effizienteste Möglichkeit dar, um von den positiven Eigenschaften von Theanin zu profitieren.

BSPT- Buchempfehlung

Wenn du mehr über das Thema Theanin oder allgemein über Stressmanagement lernen und verstehen willst, wie und was das Hormon Cortisol damit zu tun hat, empfehle ich dir das Buch „The Cortisol Connection“, von Shawn Talbott, PH.D.

Fazit

Aus eigener Erfahrung kann ich bestätigen, dass L-Theanin sich allgemein für ein „Stressmanagement“ eignet.

Es scheint einen positiven Effekt auf Cortisol und oder die Adrenalinausschüttung zu haben und wirkt auf den Körper wohl als eine Art Adaptogen. Es optimiert so anscheinend die körpereigene „Balance“ hinsichtlich Spannungs- und Entspannungszuständen.

Theanin grenzt sich in sofern von anderen Nahrungsergänzungsmitteln zum Stressmanagement ab, als dass es zwar beruhigend wirken kann, aber nicht als Form eines Sedativums (Beruhigungsmittel), dass dich schläfrig oder müde macht.

Wie sind deine Erfahrungen mit L-Theanin?

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 Literatur zum Thema

[1] Vgl. Türközü D1, Şanlier N.,(2105), L-Theanin, Unique Aminoacid of Tea, and Its Metabolism, Health Effects, Safety.

[2] Vgl. Türközü D1, Şanlier N.,(2105), L-Theanin, Unique Aminoacid of Tea, and Its Metabolism, Health Effects, Safety.

[3] Vgl. Jang, J., et al. L-Theanine Partially Counteracts Caffein-Induced Sleep Disturbances in Rats. Pharmacology Biochemistry and Behaviour. 2012. 101 (2); S.217-221.

[4] Vgl. Talbot (2007), S. 197.

[5]  Vgl. Vgl. Talbot (2007), S. 19

[6] Vgl. Vgl. Vgl. Talbot (2007), S. 198.

Süßigkeitenauswahl

Warum Du einfach immer wieder naschen musst

Du bist ein Zuckerjunkie und kannst es einfach nicht lassen zu naschen? Ein Nachtisch geht immer? Erfahre was Dich süchtig nach Süßem macht und warum Zucker Deinem Verstand und Deinem Körper schadet!

Wie Zucker Dir das Hirn versüßt

Warum isst Du eigentlich gerne Süßes und warum hat man immer noch Platz für einen Nachtisch, obwohl es einem fast schon die Hosenknöpfe wie Kesselnieten unter Hochdruck vom Bund absprengt?

Dazu begeben wir uns kurz auf das hochinteressante Feld der Neurowissenschaft und der Menschenforschung.

Denn unter deren Gesichtspunkt ist Essen nämlich eine natürliche „Belohnung“. Oder anders erklärt: Essen muss schmecken, damit Du damit positive Eigenschaften verknüpfst.

Denn der Grund dafür, dass Du heute existierst ist, dass Deine Vorfahren Dinge gegessen haben, die es ihnen ermöglichte zu überleben und, um sich fortzupflanzen.

Also müssen Dinge wie die Fortpflanzung und die Nahrungsaufnahme in Deinem Gehirn Freude auslösen, um Dich dazu zu bewegen, diese „Verhaltensmuster“ zu verstärken und zu wiederholen.

Aus diesen, nennen wir sie mal prähistorischen Verhaltensmustern bildete sich dann im Laufe der Zeit das sogenannte „mesolimbische System“ aus. Also Dein „positives Belohnungszentrum“.

Dein positives Belohnungszentrum ist also an der Entstehung Deiner Emotion „Freude“ beteiligt, indem es dort direkt/indirekt den Neurotransmitter Dopamin ausschüttet.

Immer wenn Du etwas tust, dass Dir Spaß und Freude bereitet, „verwendet“ die sogenannte „ventrale tegmentale Zone“ (VTZ) Deines Mittelhirnes, als Teil des limbischen Systems, seine Neuronen, um gebündelt den Neurotransmitter Dopamin auszuschütten.[1]

Dein mesolimbisches System wird dabei übrigens nicht nur durch Süßigkeiten stimuliert, sondern auch durch Drogen, wie Alkohol, Nikotin oder Opiate! Dein Hirn kann nämlich nicht zwischen diesen potenziellen Suchtquellen unterscheiden! Dazu gleich mehr…

Der Neurotransmitter Dopamin wird verwendet, um einem bestimmten Teil Deines Gehirns ein Signal zu übermitteln. Er „sendet“ an Deinen sogenannten Nucleus accumbens.

Aber keine Angst, Du must kein Neurowissenschaftler sein, um diesen Prozess zu verstehen!

Du brauchst Dir nur zu merken, das Dein Nucleus accumbens, eine Kernstruktur in Deinem unteren Vorderhirn ist. Diese ist mit Deinem präfrontalen Cortex verbunden, einem Teil Deines Frontallappens der Großhirnrinde (an der Stirnseite des Gehirns).

Die Verbindung zwischen Deinem nucleus accumbens und Deinem präfrontalen Cortex bestimmt dann z. B. darüber, ob Du Dich für oder gegen ein weiteres Stück Torte entscheidest! Der präfrontale Cortex aktiviert dabei übrigens auch Hormone die Dir solche Sachen „sagen“ wie:

„Mmh. Dieser Kuchen schmeck richtig gut. Das speichere ich jetzt mal als positives Erlebnis ab“.

So viel an dieser Stelle, als kurzer Exkurs in die Wirrungen Deines Gehirns. Wenn Du mehr darüber erfahren willst dann google einfach die entsprechenden Begriffe, um Dich mit der Materie vertrauter zu machen.

Oder ließ dazu auch: Sport macht Schlau, von Friedrick Beck

 

Warum Du gerne süß schmeckst

Sicher hast Du auch schon feststellen müssen, dass nicht alle Lebensmittel (wenn man Süßigkeiten überhaupt so bezeichnen kann – wo doch „Füllstoff mit Suchtpotential“ meiner Meinung nach eine bessere Bezeichnung wäre) die selbe Reaktion auslösen.

Deswegen ziehen die meisten Menschen Süßigkeiten bitter schmeckenden Lebensmitteln oder sauren Sachen vor. Der Grund dafür liegt in Deinen Genen!

Denn in der Steinzeit gab es keinen Supermarkt und keine Nährwerttabellen auf Mammuts oder Beeren, Sträuchern oder Früchten!

Also musste Dir der Geschmack Auskunft darüber geben, ob etwas genießbar, giftig oder schon verdorben ist.

So hat Dir Dein mesolimbisches System gesagt:

„Hey das schmeckt süß, also ist es eine gesunde Kohlenhydratquelle. Immer rein damit“.

Doch nun bist Du kein Höhlenmensch mehr und wenn Du nicht als kauziger Bergeremit in einer finsteren Höhle haust, dann Lebst Du wie die meisten von uns in einer Industrienation und wirst permanent vom Staatsfeind Nummer eins, dem Zucker bedroht!

Denn der Zuckerkonsum nimmt weltweit kontinuierlich zu. Während vor etwa 10 Jahren jeder (Amerikaner) täglich zusätzlich „nur“ ca. 22 TL Zucker konsumierte, sind es heute (bei den Briten) bereits schon 238 TL, an zusätzlichem Zucker. Pro Tag! [2] [3]

In einer Welt, die von Fertigprodukten und Süßigkeiten überschwemmt wird, ist es mittlerweile quasi unmöglich abgepackte Lebensmittel zu finden, die nicht mindestens eine Art von Zucker enthalten. Ob nun zur Haltbarmachung, als Geschmacksverstärker oder beides. [4]

Viele dieser Zucker Zusatzstoffe bleiben einem als Konsument dabei nicht selten verborgen und erfordern schon ein geübtes Auge, um sie zu entlarven.[5]

So besteht die Gefahr eines erhöhten Zuckerkonsums also nicht nur primär durch zu viel Nascherei, sondern sekundär durch trojanische „Lebensmittel Pferde“. Produkte von denen Du es nie gedacht hättest, die aber trotzdem künstlich hinzugefügte Zuckerarten enthalten!

Das Gefährliche dabei ist, wie bereits erwähnt, dass die neuronalen Mechanismen die dabei in Gang gesetzt werden, zu einem ähnlichen Suchtpotenzial führen können wie bspw. bei Nikotin, Kokain oder Heroin. Nämlich indem das Belohnungszentrum stimuliert und Konsumenten abhängig gemacht werden. [6]

Damit eine Sucht entstehen kann braucht es aber auch ein „suchtanfälliges“ Gehirn. Was bedeutet, dass nicht jeder bei gelegentlichem Naschen sofort auch abhängig von Zucker wird. Die potentielle Gefahr besteht aber!

Bei einer Sucht besteht eine Diskrepanz zwischen Neurotransmittern im Gehirn. Insbesondere eine Imbalance zwischen Serotonin und Dopamin. So kann Suchtverhalten insbesondere dann entstehen, wenn der Serotoninspiegel zu niedrig und der Dopamin Spiegel gleichzeitig zu hoch ist oder aber auch wenn beide Neurotransmitter dem Körper nicht in ausreichenden Mengen zur Verfügung stehen!

Die süße Sucht sucht viele heim

Der Suchtfaktor, als Folge eines kontinuierlichen übermäßigem Zuckerkonsums ist dabei nicht das einzige Problem. Denn neben dem Entstehen einer psychischen Abhängigkeit hinterlässt die ganze Nascherei eine Vielzahl an weiteren negativen Nebenwirkungen!

Hier sind 10 sehr häufig auftretende Probleme eines krankhaften Zuckerkonsums:

  • Verursacht Übergewicht und Adipositas
  • Fördert Herzerkrankungen
  • Begünstigt die Entstehung von Diabetes Typ II
  • Begünstigt das Wachstum von Krebszellen
  • Potenzieller Auslöser von Depressionen
  • Potenzieller Auslöser von Hyperaktivität
  • Potenzieller Auslöser von Angstzuständen
  • Schwächt das Immunsystem
  • Zerstört die Darmflora
  • Potenzieller Auslöser von unreiner Haut (Akne)

Der Entzug vom Zucker

Zeige mir Fakten zur Zuckersucht wirst Du Dir womöglich denken. Zucker soll genau so süchtig machen wie Drogen? Gibt es dann nicht auch Entzugserscheinungen?

In der Tat wurde lange abgestritten, dass so etwas wie eine „Zuckersucht“ wirklich existiert. Mittlerweile gibt es aber wissenschaftliche Tierstudien, die ein Suchtpotenzial von Zucker zumindest an Ratten nachweisen konnten.

So ergibt eine Studie von Carlo Colantuoni von der Princeton University, dass „Testratten“ an heftigen Entzugserscheinungen zu leiden hatten, als man ihnen ihren so lieb gewonnenen Zucker verweigerte.[7]

Zu den Entzugserscheinungen zählten u.a.:

  • Zähneklappern
  • Zittern
  • Angstzustände
  • Pfotentremor (Muskelzucken)
  • Permanentes Kopfzucken

Als ihnen wieder Zucker gewährt wurde, fraßen sie davon mehr als je zuvor.

Weitere Beweise für Entzugserscheinungen von Zucker (ebenfalls in Tierversuchen mit Ratten getestet) wurden durch den sogenannten „erzwungenen Schwimmtest“ geliefert.

In diesem wurden Ratten in Wasser gesetzt, das so tief war, dass sie zum Schwimmen gezwungen waren. Die jenigen Ratten, die auf Entzug von Zucker waren wiesen dabei ein passives Verhalten auf, indem sie sich nur treiben ließen, während die „gesunden“ Ratten, die keinem Zuckerkonsum ausgesetzt waren, ihrem natürlichen Instinkt folgten und versuchten sich in Sicherheit zu bringen und an Land zu schwimmen. [8]

Natürlich kann man hier wieder den Einwand geltend machen, dass es sich „nur“ um Tierstudien handelt. Die Frage bleibt meiner Meinung nach aber, ob unser Gehirn sich denn wirklich so viel anders verhält, wenn es mit exzessivem Zuckerkonsum konfrontiert wird!

Auch wenn man von den Ergebnissen aus Tierstudien keine direkten Ursache-Wirkuns-Beziehungen beim Menschen ableiten kann, so liefern solche Untersuchungsergebnisse doch aber immerhin eine erste Einsicht in neurochemische Abläufe, im Bezug auf Zuckersucht und Symptome von Entzugserscheinungen.

Fazit

Exzessiver Zuckerkonsum schadet definitiv Deinem Hirn und Deinem gesamten Organismus.

Grundsätzlich vertrete ich die Auffassung von Paracelsus, der Gift über die Dosis definierte.

So verhält es sich meiner Meinung nach auch bei Zucker, doch hier besteht die große Gefahr in den versteckten Zuckern.

So konsumieren wir so oft eben unwissentlich Zucker, auch wenn es sich dabei nicht unbedingt um Süßigkeiten handelt! Am Ende kann dann das böse „Erwachen“ kommen, obwohl man doch „gar nicht so viel genascht hat“!

Vorsicht auch bei übermäßigem Fruchtkonsum. Denn der oftmals vermeintlich gesunde Fruchtzucker (Fruktose) hält nicht das, was man sich von der landläufigen Meinung oft verspricht!

Mehr darüber erfährst Du in den Artikeln Warum Fruktose nicht gut ist und Warum diese 3 Lebensmittel in Deinem Magen „explodieren“.

Welche fatalen Auswirkungen Zucker und allgemein eine falsche Ernährung insbesondere für Kinde rund Jugendliche hat, erfährst Du in meinem Buch „KLEINE FETTMONSTER“.

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 Literatur zum Thema:

 

[1]  Thews: Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie des Menschen; 6.Auflage

[2] Dietary sugars intake and cardiovascular health: a scientific statement from the American Heart Association, Circulation. 2009 Sep 15;120(11):1011-20. doi: 10.1161/CIRCULATIONAHA.109.192627. Epub 2009 Aug 24, Zugriff v. 24.2.15 (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19704096)

[3] Sweet poison: why sugar is ruining our health, The Telegraph, Zugriff v. 24.2.15, (http://www.telegraph.co.uk/foodanddrink/healthyeating/9987825/Sweet-poison-why-sugar-is-ruining-our-health.html)

[4] Vgl. Added Sugar in the Diet, Harvard T.H. Chan. The Nutrition Source, Zugriff, v. 24.2.15. (http://www.hsph.harvard.edu/nutritionsource/carbohydrates/added-sugar-in-the-diet/)

[5]Vgl. The Amount of hidden sugarin your dietmight shock you, in Academic conversation, journalistic flair, Zugriff v. 24.2.15 (https://theconversation.com/the-amount-of-hidden-sugar-in-your-diet-might-shock-you-21867).

[6] Vgl. The Neurobiologie of Drug Addiction, 7: Summary: addictive drugs activate the reward system via increasing dopamine neurotransmission, in National institute of Drug Abuse, Zugriff v. 24.2.15, (http://www.drugabuse.gov/publications/teaching-packets/neurobiology-drug-addiction/section-iv-action-cocaine/7-summary-addictive-drugs-activate-reward).

[7] Vgl. Evidence that intermittent, excessive sugar intake causes endogenous opioid dependences, in Obes Res. 2002 Jun;10(6):478-88., Colantuoni C1, Rada P, McCarthy J, Patten C, Avena NM, Chadeayne A, Hoebel BG., Zugriff v. 24.2.15, (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12055324).

[8] Vgl. Neurosci Biobehav Rev. 2008;32(1):20-39. Epub 2007 May 18. Evidence for sugar addiction: behavioral and neurochemical effects of intermittent, excessive sugar intake. Avena NM1, Rada P, Hoebel BG, Zugriff v. 24.2. 15, (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17617461).